ZVEI fordert Reformen für ein effizienteres Stromnetz der Deutschen Bahn bis 2027

Margit Atzler
Margit Atzler
2 Min.
Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum, mit elektronischen Geräten in den Gestellen und Lampen oben.Margit Atzler

ZVEI fordert Reformen für ein effizienteres Stromnetz der Deutschen Bahn bis 2027

Der ZVEI skizziert Schlüsselmaßnahmen für mehr Flexibilität und Transparenz im Stromnetz der deutschen Bahn. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat zentrale Schritte vorgestellt, um die Flexibilität und Transparenz des deutschen Bahn-Stromnetzes zu stärken. Auf dem Climate Solution Forum im Rahmen der E-world energy & water in Essen betonte der Verband zwei zentrale Prioritäten: die beschleunigte Einführung von Steuerungssystemen und die Einführung des Digitalen Produktpasses 4.0 (DPP4.0). Beide Initiativen zielen darauf ab, ein widerstandsfähigeres und effizienteres Bahn-Energienetz zu schaffen. Seit 2020 kommt der Ausbau von Netzsteuerungssystemen in den deutschen Bahn-Mittelspannungsnetzen nur langsam voran. Bis 2025 werden installierte Systeme voraussichtlich nur 30 Prozent der Netze abdecken – doppelt so viel wie die 15 Prozent von vor fünf Jahren, wie Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen. Verzögerungen gab es unter anderem durch Fachkräftemangel, hohe Kosten von bis zu 500.000 Euro pro System sowie bürokratische Hürden bei Genehmigungen durch die Bundesnetzagentur. Zudem bremsen Standardisierungsprobleme, etwa bei der Umsetzung der Norm IEC 61850, den Fortschritt. Der ZVEI macht nun deutlich, dass isolierte Pilotprojekte nicht mehr ausreichen. Der Verband fordert eine breitere Einführung, klarere technische Schnittstellen und stärkere regulatorische Rahmenbedingungen. Ab 2026 ist eine Offensive geplant, um das Ausbauziel für 2027 zu erreichen. Neben den Steuerungssystemen rückt der ZVEI die Initiative DPP4.0 in den Fokus. Dieser digitale Produktpass soll ein verlässliches Datenrahmenwerk schaffen, das den gesamten Lebenszyklus eines Produkts abbildet. Sein Erfolg hängt von der praktischen Umsetzung, einer breiten Branchenbeteiligung und dem Aufbau eines unabhängigen Datenökosystems ab. Der Pass soll als zentrale Datenquelle in einem sicheren, interoperablen digitalen Raum dienen. Für Niederspannungsnetze empfiehlt der ZVEI, technische Standards zu verschärfen und Integrationslücken zu schließen. Ziel ist es, Pilotprojekte in großflächige Lösungen zu überführen und so die Flexibilität im gesamten Netz zu steigern. Die technologische Grundlage für ein leistungsfähiges Bahn-Stromnetz ist bereits vorhanden. Doch Tempo bei der Umsetzung, einheitliche Standards und abgestimmte Anstrengungen aller Beteiligten werden entscheiden, ob das System tatsächlich resilient und effizient wird. Die Vorschläge des ZVEI erfordern nun konkrete Schritte von Herstellern, Regulierungsbehörden und Netzbetreibern, um messbare Fortschritte zu erzielen.

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