Wohneigentum in Deutschland: Warum Mieten oft günstiger ist als Kaufen
Halil KramerWohneigentum in Deutschland: Warum Mieten oft günstiger ist als Kaufen
Wohneigentum in Deutschland wird durch Steuern und Zusatzkosten immer teurer als Mieten
Der Kauf einer Immobilie in Deutschland ist durch steigende Abgaben und zusätzliche Kosten deutlich teurer geworden als das Mieten. Die jüngsten Reformen und Klimapolitik der Regierung belasten Eigentümer zusätzlich. Viele fragen sich inzwischen, ob Wohneigentum für die meisten Deutschen überhaupt noch ein realistisches Ziel ist.
Die Kosten für den Immobilienkauf gehen in Deutschland weit über den Kaufpreis hinaus. Käufer müssen Maklergebühren, Notarkosten und die Grunderwerbsteuer zahlen – das treibt den Gesamtpreis um mindestens 10 Prozent in die Höhe. In einigen Bundesländern ist die Steuer allein auf 6,5 Prozent gestiegen und gehört damit zu den höchsten in Europa.
Strenge Bauvorschriften und verpflichtende klimabedingte Sanierungen erhöhen die Ausgaben weiter. Am Ende zahlen Immobilienkäufer oft das Eineinhalbfache des ursprünglichen Kaufpreises, bis die Hypothek abbezahlt ist. Zudem sind Hypotheken in Deutschland schwerer zu erhalten als in vielen anderen Ländern, was den Zugang zu Wohneigentum zusätzlich erschwert.
Seit dem 1. Januar 2025 gilt eine grundlegende Steuerreform, die die Bemessungsgrundlage für Grundstücke von veralteten Werten auf aktuelle Marktpreise umstellt. Dadurch sind die Abgaben für viele Eigentümer stark gestiegen, während andere Entlastungen erfahren. Da die Kommunen die Hebesätze nun selbst festlegen, gibt es große regionale Unterschiede. So erhöhte Mittenaar in Hessen den Multiplikator für manche Grundstücke 2025 auf 245 Prozent, während Hamm in Nordrhein-Westfalen 2026 einen einheitlichen Satz von 834 Prozent einführte.
Politiker betrachten Immobilien zunehmend als Einnahmequelle statt als öffentliches Gut. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, hat sogar deutlich höhere Grundsteuern vorgeschlagen. Gleichzeitig bleibt Mieten stark staatlich subventioniert – für die meisten Bürger die deutlich günstigere Alternative.
Die finanzielle Belastung für Wohneigentümer wächst weiter durch höhere Steuern, strengere Vorschriften und klimabedingte Kosten. Da Hypotheken schwerer zu bekommen sind und Mieten günstiger bleiben, wird die Kluft zwischen Eigentum und Miete immer größer. Diese Entwicklungen verändern den Wohnungsmarkt grundlegend – viele stellen sich die Frage, ob sich der Kauf einer Immobilie überhaupt noch lohnt.






