Wissing fordert FDP-Kurskorrektur nach Wahlniederlagen und Parteiaustritt
Halil KramerWissing fordert FDP-Kurskorrektur nach Wahlniederlagen und Parteiaustritt
Der ehemalige FDP-Bundesgeschäftsführer Volker Wissing hat seine Partei aufgefordert, ihre politische Zukunft klar zu definieren. Dieser Appell erfolgt, nachdem Wissing die FDP nach dem Scheitern von Bundeskanzler Olaf Scholz' Ampelkoalition verlassen hatte. Wissing bleibt zwar weiter Kabinettsmitglied, agiert jedoch nun als Parteiloser.
Wissing kritisierte den aktuellen Kurs der FDP unter dem Vorsitzenden Christian Dürr und warf der Partei vor, sich zu weit nach rechts bewegt zu haben. Er stellte infrage, ob dieser "libertäre Kurs" überhaupt Wahlerfolge gebracht habe. Bei den jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verfehlte die FDP die Fünf-Prozent-Hürde – ein Ergebnis, das seine Bedenken bestätigt.
Zwischen Mai 2025 und März 2026 trieb Dürr radikale Reformen in den Bereichen Wirtschaft, Migration und Digitalisierung voran. Doch aufgrund der schwachen Umfragewerte der Partei wurden keine größeren politischen Vorhaben umgesetzt. Wissing betonte, die FDP müsse nun entscheiden, welche realistische Zukunftsperspektive sie den Wählern bieten könne.
Auf dem anstehenden Parteitag im Mai wird ein neuer Vorsitzender gewählt. Als Kandidaten treten Christian Dürr und Henning Höne an. Wissings Äußerungen erhöhen den Druck, während die FDP intern über ihre Identität und Strategie diskutiert.
Der Führungsstreit wird zeigen, ob die Partei ihren bisherigen Kurs fortsetzt oder eine Kehrtwende einleitet. Wissings Kritik unterstreicht die Herausforderungen – besonders nach den jüngsten Wahlniederlagen. Das Ergebnis im Mai könnte die Rolle der FDP in der deutschen Politik für Jahre prägen.






