29 March 2026, 20:27

Rentenlücke in Deutschland wächst: Warum die Altersvorsorge neu gedacht werden muss

Liniengraph, der den Trend der Mittelzuweisung aufgrund des Geschlechterunterschieds über die Zeit zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Rentenlücke in Deutschland wächst: Warum die Altersvorsorge neu gedacht werden muss

Die Altersvorsorge in Deutschland ist komplexer geworden, da die traditionelle Rente an Wert verliert. Zwar ist die durchschnittliche monatliche Rente von etwa 698 Euro im Jahr 2000 auf über 1.000 Euro heute gestiegen, doch ihr Anteil am Durchschnittseinkommen ist deutlich gesunken. Experten warnen vor einer wachsenden "Rentenlücke", die viele Rentner mit weniger Einkommen zurücklässt als erwartet.

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Das System basiert mittlerweile auf einer Mischung aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge – doch nicht alle Optionen bieten den gleichen Nutzen. Die gesetzliche Rente bleibt die wichtigste Säule der Altersversorgung und zahlt im Schnitt 1.835 Euro monatlich an diejenigen, die 45 Jahre lang zum Durchschnittsverdienst gearbeitet haben. Nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge verbleiben netto etwa 1.621 Euro. Allerdings soll das Rentenniveau – derzeit bei 48 Prozent des Durchschnittseinkommens – bis 2040 weiter sinken, obwohl Reformen es bis 2031 stabilisieren sollen.

Für zusätzliche Ersparnisse bietet die Riester-Rente staatliche Zulagen und Steuervergünstigungen, insbesondere für Geringverdiener und Familien mit Kindern. Doch die Renditen sind oft bescheiden, und die Verträge können verwirrend sein. Die Rürup-Rente, die sich vor allem an Selbstständige richtet, ermöglicht Steuerabzüge, ist jedoch mit hohen Kosten verbunden, erlaubt keine vorzeitige Auszahlung und bietet keine Vererbungsmöglichkeiten.

Betriebliche Altersvorsorgen ermöglichen es Arbeitnehmern, einen Teil ihres Gehalts in einen betrieblichen Vorsorgeplan umzuwandeln, was Steuern und Sozialabgaben spart. Arbeitgeber stocken oft 15 Prozent auf, doch nicht alle Beschäftigten haben Zugang zu solchen Modellen. Investmentfonds, ETFs und Aktien bieten dagegen Flexibilität und Wachstumschancen – doch Märkte können einbrechen, und Renditen sind nicht garantiert.

Die Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht bei Produkten wie Bausparverträgen, Ausbildungsversicherungen und privaten Rentenversicherungen. Diese haben oft hohe Gebühren, lange Bindungsfristen und schlechte Renditen, was sie zu riskanten Optionen für die langfristige Absicherung macht. Da die gesetzliche Rente einen immer kleineren Teil des Einkommens vor dem Ruhestand abdeckt, werden viele zusätzliche Ersparnisse benötigen, um Engpässe zu vermeiden. Betriebliche und private Vorsorge können helfen, doch nicht alle Produkte bieten ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Experten empfehlen, Gebühren, Flexibilität und Renditechancen genau zu vergleichen, bevor man sich für einen Plan entscheidet. Die Kluft zwischen erwartetem und tatsächlichem Renteneinkommen wird größer – eine sorgfältige Planung ist daher unerlässlich.

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