Rekordhoch bei Militärausgaben: Deutschland und USA rüsten massiv auf
Angelina ReinhardtRekordhoch bei Militärausgaben: Deutschland und USA rüsten massiv auf
Die globalen Militärausgaben steigen rasant an, da führende Volkswirtschaften ihre Verteidigungsbudgets deutlich aufstocken. Deutschland hat seine Militärfinanzierung innerhalb nur eines Jahres um fast die Hälfte erhöht, während die USA ihre Ausgaben auf über eine Billion Dollar steigern wollen. Unternehmen wie Rheinmetall und Lockheed Martin verzeichnen eine stark gestiegene Nachfrage, da Länder ihre Streitkräfte modernisieren.
Das deutsche Verteidigungsetat ist in den letzten Jahren stark gewachsen. 2025 erreichte es 82 Milliarden Euro (88,5 Milliarden Dollar) – ein Anstieg von 28 Prozent gegenüber 2023 und 89 Prozent im Vergleich zu 2015. Für 2026 hat das Land 120 Milliarden Euro (129 Milliarden Dollar) veranschlagt, was einem Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bis 2030 strebt Berlin jährliche Ausgaben von 168 Milliarden Euro (180 Milliarden Dollar) an.
Auch die USA treiben ihre Rüstungsinvestitionen voran. Der Haushalt für 2026 beläuft sich auf knapp eine Billion Dollar, mit Plänen, ihn bis 2027 auf 1,5 Billionen Dollar zu erhöhen – sofern die Vorschläge von Präsident Trump umgesetzt werden. Diese Steigerungen spiegeln den allgemeinen Trend zur militärischen Modernisierung wider.
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall profitiert von diesem Boom. Zwischen 2023 und 2025 stieg der Umsatz im Schnitt um 30 Prozent pro Jahr. Der Auftragsbestand wuchs um 45 Prozent, während die operative Marge auf 15,5 Prozent kletterte. Ein zentraler Wachstumstreiber war der Schützenpanzer Lynx, für den das Unternehmen 2023 einen US-Auftrag im Wert von geschätzten zwei Milliarden Dollar Jahresumsatz erhielt.
Auch Ungarn und Italien haben große Bestellungen für den Lynx aufgegeben. Ungarn erwarb 218 Einheiten, deren Produktion 2023 begann. Italien schloss 2025 einen Rahmenvertrag über bis zu 1.050 Fahrzeuge ab, und die ersten Lieferungen haben bereits begonnen. Zudem gewinnt Rheinmetalls Panther-KF51-Kampfpanzer, ausgestattet mit Anti-Drohnen-Technologie, an Aufmerksamkeit und könnte bald an den Erfolg des Leopard 2 anknüpfen.
Unterdessen bleibt Lockheed Martin eine der dominierenden Kräfte in der Branche. Der US-Konzern verzeichnete in den vergangenen fünf Jahren ein jährliches Wachstum von 16,2 Prozent, getrieben von der weltweit steigenden Nachfrage nach hochmoderner Bewaffnung.
Der deutliche Anstieg der Verteidigungsbudgets verändert die Branche grundlegend. Rheinmetalls wachsende Aufträge und die positive finanzielle Entwicklung unterstreichen Europas Bestrebungen, die militärischen Fähigkeiten auszubauen. Mit den USA und Deutschland an der Spitze dürften Rüstungsunternehmen auch in den kommenden Jahren weiter wachsen.






