17 June 2026, 16:52

Wie Migrant:innen 1973 im Ford-Werk Köln für Gerechtigkeit kämpften

"Der Streik hat mir als junger Mensch Stärke verliehen"

Wie Migrant:innen 1973 im Ford-Werk Köln für Gerechtigkeit kämpften

Historischer Streik von Migrant:innen im Ford-Werk Köln am 30. August 1973

Am 30. August 1973 kam es im Kölner Ford-Werk zu einem historischen Streik von Migrant:innen, der einen Wendepunkt in der Selbstermächtigung von Arbeitsmigrant:innen markierte und seitdem in antirassistischen Debatten Anerkennung gefunden hat. Die Arbeiter:innen forderten höhere Löhne und ein Ende der Schikane am Fließband.

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An jenem Tag legten vor allem migrantische Beschäftigte im Kölner Ford-Werk die Arbeit nieder. Sie verlangten eine zusätzliche D-Mark pro Stunde und protestierten gegen die Misshandlung durch Vorarbeiter und einige Kolleg:innen. Der Streik stieß auf harte Gegenwehr: Polizei und Werksschutz gingen mit Gewalt gegen die Protestierenden vor.

Ein neu erschienener, von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis herausgegebener Band beleuchtet das Ereignis und seine Bedeutung. Darin enthalten sind Aufsätze von Witich Rossmann und Nihat Öztürk, die unterschiedliche Perspektiven auf die Rolle des Betriebsrats und der IG Metall aufzeigen. Die Publikation zieht zudem Verbindungen zwischen dem Streik von 1973 und aktuellen Kämpfen – etwa denen von Fahrradkurier:innen – sowie erfolgreichen Aktionen von migrantischen Frauen im selben Jahr.

Der Streik von 1973 gilt heute als Schlüsselmoment der Geschichte migrantischer Arbeitskräfte. Das Buch dokumentiert seine Nachwirkungen und den weiteren Kampf für faire Arbeitsbedingungen in Deutschland. Es rückt sowohl historische als auch aktuelle Bemühungen in den Fokus, Ausbeutung und Ungleichheit zu bekämpfen.

Quelle