Vom kasachischen Dorf zur deutschen Meisterehre: Johann Neufelds bewegende Geschichte
Angelina ReinhardtVom kasachischen Dorf zur deutschen Meisterehre: Johann Neufelds bewegende Geschichte
Johann Neufeld wurde im kasachischen Dorf Komsomolez geboren, das heute Karabalyk heißt. Anfang der 1990er Jahre verließ seine Familie – sie gehörte der deutschsprachigen Minderheit an – Kasachstan, um in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. Am 6. Juni 1991 trafen sie ein und ließen sich zunächst in Nordrhein-Westfalen nieder, bevor sie nach Baden-Württemberg weiterzogen.
Neufelds sportliche Laufbahn begann früh: Schon mit sechs Jahren folgte er den Spuren seines Vaters und entdeckte das Gewichtheben für sich. Seine Leidenschaft trug Früchte – von 1998 bis 2016 war er als Profisportler aktiv. In dieser Zeit wurde er mehrfacher Deutscher Meister und gewann bei den Junioren-Europameisterschaften eine Silbermedaille.
Nach dem Ende seiner Wettkampfkarriere blieb er dem Kraftsport treu – heute trägt er den Titel des Deutschen Meisters in der Altersklasse "Masters" für Männer zwischen 40 und 45 Jahren. Neben dem Sport arbeitet Neufeld als verbeamteter Grundschullehrer.
Obwohl er sich in Deutschland zu Hause fühlt, bewahrt er warme Erinnerungen an Kasachstan: die Einfachheit des Lebens, die unberührte Natur und die enge Gemeinschaft. Eine Rückkehr steht für ihn zwar nicht zur Debatte, doch eines Tages möchte er das Land wieder besuchen.
Ein lebenslanger Freund, Johann Martin, begleitete ihn stets – im Sport wie im Leben. Ihre Freundschaft prägte Neufelds persönlichen und athletischen Werdegang über die Jahre hinweg.
Neufelds Geschichte ist eine von Migration, Sport und Gemeinschaft. In Deutschland baute er sich eine Existenz auf, wurde im Gewichtheben und als Pädagoge erfolgreich. Doch seine kasachischen Wurzeln bleiben ihm stets ein besonderer Ort der Verbundenheit – eine Brücke zwischen zwei Welten.






