30 April 2026, 14:36

Krise bei der Berliner Zeitung: Chefreporterin geht, Redaktion streitet über politische Linie

Eine Zeitung mit sichtbarem Text in der Mitte des Bildes.

Krise bei der Berliner Zeitung: Chefreporterin geht, Redaktion streitet über politische Linie

Bei der Berliner Zeitung ist ein Streit ausgebrochen, nachdem die langjährige Chefreporterin Anja Reich-Osang das Blatt nach 30 Jahren Dienstzeit verlassen hat. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Kritik an der politischen Ausrichtung der Zeitung, der vorgeworfen wird, sich zu stark an rechtsextreme Narrative und russische Politikpositionen anzulehnen.

Verleger Holger Friedrich hat auf die Vorwürfe reagiert, doch seine Stellungnahme hat die Krise nur weiter verschärft. Der Konflikt begann, als Franz Sommerfeld, ein hochrangiger Mitarbeiter der Redaktion, die Berliner Zeitung öffentlich für eine Veränderung ihrer redaktionellen Linie kritisierte. Er warf der Zeitung vor, den Aufstieg der AfD zunehmend zu fördern und russische Politik verständnisvoll zu begleiten. Seine Äußerungen lösten eine scharfe Reaktion Friedrichs aus, der in einem persönlichen Artikel die Vorwürfe zurückwies.

Friedrichs Antwort ließ jedoch eine entscheidende Detail aus: Er verschleierte, dass die Kritik von Sommerfeld und nicht von der gesamten Belegschaft stammte. Stattdessen warf er dem Medienportal kress vor, unausgewogen zu berichten, und bezeichnete dessen Berichterstattung als "Unsinn". Beobachter wiesen darauf hin, dass Friedrichs Reaktion sein übersteigertes Ego und seine mangelnde Bereitschaft zur Selbstreflexion offenbare – trotz seines bekundeten Engagements für journalistische Standards.

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Die Auseinandersetzung fällt zusammen mit dem Abschied von Anja Reich-Osang, der Chefreporterin der Zeitung. Ihr Ausscheiden nach drei Jahrzehnten markiert das Ende einer Ära für die Berliner Zeitung und verstärkt den Eindruck innerredaktioneller Umbrüche.

Nun steht die Berliner Zeitung vor Fragen zu ihrer redaktionellen Unabhängigkeit und internen Kultur. Reich-Osangs Weggang und der öffentliche Streit über politische Voreingenommenheit setzen das Blatt unter Druck. Die Folgen deuten auf tiefere Spaltungen über die künftige Ausrichtung der Zeitung hin.

Quelle