Thyssenkrupp Steel setzt auf Marie Jaroni als erste Vorstandschefin in der Krise
Angelina ReinhardtDeutschlands größtes Stahlunternehmen hat erstmals eine Frau an der Spitze - Thyssenkrupp Steel setzt auf Marie Jaroni als erste Vorstandschefin in der Krise
Thyssenkrupp Steel Europe ernennt Marie Jaroni zur neuen Vorstandsvorsitzenden – erstmals eine Frau an der Spitze
Die Stahlsparte des Konzerns steht vor großen Herausforderungen: sinkende Preise, harter Wettbewerb durch asiatische Importe und ein geplanter Abbau von fast 11.000 Arbeitsplätzen bis 2030. Jaroni übernimmt das Amt sofort nach dem Abgang ihres Vorgängers Dennis Grimm. Seit 2014 gehört sie dem Vorstand an und leitete zuvor die Bereiche Vertrieb sowie die Umstrukturierungsmaßnahmen. Ihre Führung war entscheidend für die jüngsten Verhandlungen zum Restrukturierungsabkommen des Unternehmens.
Die Stahlsparte, die derzeit rund 27.000 Beschäftigte zählt, soll bis Ende des Jahrzehnts auf etwa 16.000 Mitarbeiter schrumpfen. Die Stellenstreichungen spiegeln die anhaltenden Probleme wider: schwache globale Nachfrage, niedrige Stahlpreise und der Druck durch billige Importe. Gleichzeitig führt Thyssenkrupp Gespräche mit dem indischen Hersteller Jindal Steel über einen möglichen Verkauf der Sparte.
Jaronis Vertrag als Vorstandsvorsitzende wurde bis 2030 verlängert – sie erhält damit langfristig die Verantwortung, das Unternehmen durch die Transformation zu steuern. Mit ihr an der Spitze konzentriert sich Thyssenkrupp Steel Europe nun auf die Umstrukturierung und lotet gleichzeitig einen möglichen Verkauf aus. Die Stellenkürzungen und der Führungswechsel markieren einen tiefgreifenden Wandel für das Unternehmen. Seine Zukunft hängt davon ab, wie es die Marktzwänge bewältigt und eine stabile Eigentümerstruktur sichert.






