17 June 2026, 17:26

Streit um Telemedizin-Kabine: Apothekerkammer stoppt innovatives Projekt in Winterberg

Deutsche Apotheken-Beamte verbieten Arztkabine in Apotheke

Streit um Telemedizin-Kabine: Apothekerkammer stoppt innovatives Projekt in Winterberg

Die Apothekerkammer der Region hat die Installation einer Telemedizin-Kabine des Anbieters Medivise in der Franziskus-Apotheke in Winterberg gestoppt. Die Entscheidung fiel nur einen Tag vor der feierlichen Wiedereröffnung der Apotheke. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer und die angestellte Apothekerin Jasmin Ennulath hatten die Kabine bereits erworben und in ihre Planung integriert.

Die Apothekerkammer begründete das Verbot damit, dass die Kabine gegen gesetzliche Vorschriften verstoße und zu unangemessenen Patientenüberweisungen führen könnte. Ennulath wurde zudem gewarnt, dass die Installation mit dem Entzug ihrer Approbation einhergehen könnte. Medivise hingegen betonte, die Kabine erfülle sämtliche rechtlichen Anforderungen – darunter auch § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs V, der Telemedizin-Beratungen in Apotheken ausdrücklich erlaubt.

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Schäfer sieht klare Vorteile im Einsatz der Kabine für den Apothekenalltag, etwa bei der Verwaltung von Wiederholungsrezepten oder der Vermeidung unnötiger Notaufnahme-Besuche. Sowohl er als auch Ennulath sind überzeugt, dass die Telemedizin großes Potenzial birgt – insbesondere für ländliche Regionen wie Winterberg. Die Inbetriebnahme der Kabine war für den 18. Dezember geplant, während Schäfer die Apothekenleitung zu Jahresbeginn an Ennulath übergeben wollte.

Durch das Verbot verzögert sich der Start des Telemedizin-Angebots in der Franziskus-Apotheke. Die Haltung der Apothekerkammer steht im Widerspruch zur rechtlichen Einschätzung von Medivise. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob die Kabine künftig wie vorgesehen genutzt werden kann.

Quelle