Sabotagewelle 2025: 93 Anschläge auf deutsche Verkehrsnetze erschüttern Infrastruktur
Margit AtzlerSabotagewelle 2025: 93 Anschläge auf deutsche Verkehrsnetze erschüttern Infrastruktur
Anschläge auf deutsche Verkehrsinfrastruktur nahmen 2025 drastisch zu
Das Bundeskriminalamt (BKA) verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 93 Sabotageakte gegen die deutsche Verkehrsinfrastruktur – ein deutlicher Anstieg gegenüber 78 Fällen im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Betroffen waren vor allem Schienenstrecken, Güterverkehr und andere kritische Systeme im gesamten Land.
Das Jahr begann mit einem gezielten Sabotageakt am 12. Januar: Ein Güterzug entgleiste zwischen Essen und Oberhausen, nachdem ein Metallbügel auf den Gleisen platziert worden war. Ermittler bestätigten später, dass der Anschlag darauf abzielte, einen für dieselbe Strecke geplanten US-Militärkonvoi zu behindern.
Bis Mai nahmen die Behörden zwei Männer fest, die Brand- und Bombenanschläge auf den deutschen Güterverkehr geplant haben sollen. Die als niederrangige Agenten beschriebenen Verdächtigen stehen derzeit vor Gericht. Ihre mutmaßlichen Taten passen in ein größeres Muster der Besorgnis über ausländische Einmischung.
Im September gerieten ein Frachtschiff in den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals in den Fokus der Ermittler. Nach Hinweisen auf eine mögliche Drohnenaufklärung eines Marineschiffs durch die Besatzung wurde das Schiff durchsucht. Der Vorfall unterstrich die anhaltende Wachsamkeit gegenüber potenzieller Spionage.
Die BKA-Statistik für 2025 zeigt einen Anstieg bei klassifizierten Sabotagefällen. Mit 37 Delikten entfiel der Großteil auf die Kategorie „sonstige Zugehörigkeit“. Es folgten mutmaßlich linksextremistische (18), rechtsextremistische (10), ausländische (12) und religiös motivierte Taten (16). Zudem wurden 12 Straftaten unter der neuen Kategorie „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ erfasst – eine Klassifizierung, die es 2023 und 2024 noch nicht gegeben hatte.
Die Bundesanwaltschaft leitete zudem Verfahren gegen drei Männer ein, denen die Planung ähnlicher Anschläge vorgeworfen wird. Ihre angeblichen Verbindungen zu Russlands Strategie der hybriden Kriegsführung lösten weitere Alarmstimmung aus. Gleichzeitig führten zwei Ukrainer im Auftrag Russlands im Herbst 2025 Sprengstoffanschläge auf eine Eisenbahnstrecke zwischen Warschau und Lublin durch.
Der deutliche Anstieg der Sabotagefälle spiegelt die wachsenden Bedrohungen für die deutschen Verkehrsnetze wider. Die Behörden reagierten mit Festnahmen und verschärfter Überwachung. Die Vorfälle verdeutlichen das anhaltende Risiko gezielter Störungen kritischer Infrastruktur.






