Gabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring – eine Hommage an Widerstand und Kunst
Margit AtzlerGabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring – eine Hommage an Widerstand und Kunst
Die Künstlerin Gabriele Stötzer wird in diesem Herbst eine der renommiertesten Kunstauszeichnungen Deutschlands erhalten. Die 73-Jährige, die in Erfurt lebt, wird im Oktober mit dem Goslarer Kaiserring geehrt. Parallel ist derzeit im Berliner Gropius Bau eine große Einzelausstellung ihrer Werke zu sehen.
Die unter dem Titel „Gabriele Stötzer: Da sein und nicht schweigen“ stehende Schau präsentiert rund 150 ihrer Arbeiten – darunter Videos, Fotografien, Modestücke und große Wollfiguren von Frauen, von denen einige Bezug auf die Frauen der Ukraine nehmen.
Stötzer ist seit Langem eine markante Stimme in der deutschen Kunst- und Aktivismusszene. 1989 besetzte sie die Stasi-Kreisverwaltung in Erfurt. Jahre zuvor hatte sie ein Jahr im Gefängnis verbracht, weil sie eine Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet hatte. Während der Haftzeit nähte sie Strumpfhosen, um sich die Zeit zu vertreiben. Zudem gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und festigte so ihren Platz in der Kulturszene.
Die Ausstellung würdigt ihr vielseitiges und kraftvolles Schaffen. Die bevorstehende Verleihung des Kaiserrings zeugt von ihrem lebenslangen Engagement für Kunst und Widerstand. Sowohl die Schau als auch die Auszeichnung spiegeln ihren anhaltenden Einfluss auf die kreative und politische Landschaft Deutschlands wider.






