Personaloser Supermarkt in Frömern kämpft gegen das Ladensterben im Dorf
Micha SeipPersonaloser Supermarkt in Frömern kämpft gegen das Ladensterben im Dorf
Personaloser Supermarkt in Frömern eröffnet – Innovatives Konzept gegen Ladensterben
In Frömern, einem kleinen Ortsteil von Fröndenberg, hat ein neuer, komplett personalfreier Supermarkt seine Türen geöffnet, um die Versorgungslücke nach Schließungen lokaler Geschäfte zu schließen. Der "Tante M"-Markt kommt ohne Mitarbeiter aus und setzt stattdessen auf ein kartengestütztes Zugangssystem, das Kunden das eigenständige Einkaufen und Bezahlen ermöglicht. Es handelt sich erst um den zweiten Standort dieser Art in Nordrhein-Westfalen (NRW), wo das Konzept noch weitgehend unbekannt ist.
Die Filiale in Fröndenberg wurde von der Franchisenehmerin Anna Kirksov ins Leben gerufen, die darin eine Chance sah, die Grundversorgung in ländlichen Gebieten zu sichern. Die Bewohner der Region hatten zuvor mit Problemen zu kämpfen, nachdem die letzte Bäckerei geschlossen hatte und keine weiteren Läden mehr vor Ort waren. Der neue Markt bietet nun rund 1.200 Produkte an – von frischem Gemüse bis hin zu Backwaren – und hat täglich von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr geöffnet.
Das "Tante M"-Modell basiert darauf, dass Kunden ihre Waren selbst scannen und über ein automatisiertes System bezahlen. Dieses Konzept stößt auch in anderen Regionen auf Interesse: Mindestens fünf weitere Standorte sind in Deutschland geplant, darunter in Wertheim (Juni 2026), Marxzell (März 2026), Wunsiedel (März 2026), Lalling (März 2026) und Oybin (April 2026) – vor allem in ländlichen Gebieten Bayerns und Ostdeutschlands.
Auch die Genossenschaftskette Enso testet derzeit einen ähnlichen, personalfreien Supermarkt in Unna-Hemmerde. Der Trend spiegelt die wachsende Nachfrage nach flexiblen Einkaufsmöglichkeiten in unterversorgten Gemeinden wider.
Der Markt in Frömern soll den Alltag der Anwohner erleichtern. Mit langen Öffnungszeiten und ohne Personalbedarf könnte das Modell bei Erfolg weiter ausgebaut werden. Die bereits geplanten zusätzlichen "Tante M"-Standorte deuten auf einen Wandel hin, wie kleine Dörfer künftig mit Lebensmitteln versorgt werden.






