31 March 2026, 12:36

NRW-Kitas protestieren gegen geplante KiBiz-Reform und drohende Qualitätsverluste

Plakat für die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri, das eine Gruppe von Menschen in traditioneller Kleidung zeigt, einige stehend und einige sitzend, mit Text oben und unten, der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit darstellt.

NRW-Kitas protestieren gegen geplante KiBiz-Reform und drohende Qualitätsverluste

Kita-Einrichtungen und Träger in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)

In ganz Nordrhein-Westfalen sind Kindertagesstätten und ihre Träger auf die Straße gegangen, um gegen die geplanten Reformen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zu demonstrieren. Die Änderungen, die bei Annahme ab nächsten Jahr in Kraft treten sollen, sorgen für Besorgnis – vor allem wegen steigender Kosten und Personalmangel in ohnehin schon stark belasteten Einrichtungen.

Die vom Trägerverbund WIR-KITAs organisierte Protestaktion versammelte rund 50 Kinder, Erzieher:innen und Eltern vor dem St.-Josef-Kindergarten in Saalhausen, Lennestadt. Mit Plakaten und dem Slogan "Wir sind sprachlos" machten die Demonstranten ihrer Frustration Luft – eine Reaktion auf die ungelösten Probleme in der frühkindlichen Bildung.

Vanessa Frankenthal, Leiterin der Kindertageseinrichtung, erklärte, dass durch den Personalmangel selbst grundlegende Bedürfnisse der Kinder nicht mehr ausreichend erfüllt werden könnten. Auch Eltern zeigen sich alarmiert. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, warnte, dass der Gesetzentwurf in seiner aktuellen Form die Entwicklung der Kinder gefährden könnte.

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Besonders umstritten ist die geplante Einführung eines "Kern- und Randzeiten"-Modells. Kritiker:innen befürchten, dass dadurch die Betreuungsqualität leidet und Kinder in wichtigen Tagesabschnitten weniger Unterstützung erhalten. Die Landesregierung hat zwar zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt, doch viele Träger halten dies angesichts explodierender Energiekosten und Inflation für völlig unzureichend. Schon die KiBiz-Reform von Januar hat zahlreiche Einrichtungen an den Rand ihrer finanziellen Belastbarkeit gebracht.

Da keine genauen Zahlen vorliegen, wie viele Kitas betroffen sind, spiegelt der Protest eine breite Unzufriedenheit unter den Trägern wider. Viele fürchten, dass die Neuerungen die ohnehin knappen Ressourcen noch weiter ausdünnen werden.

Die Demonstrationen zeigen eine tiefe Verunsicherung über die geplanten Reformen, die nach Ansicht der Träger die eigentlichen Herausforderungen der Kitas nicht lösen. Sollte das Gesetz wie vorgesehen verabschiedet werden, könnten die Einrichtungen noch größere Schwierigkeiten bekommen, eine verlässliche und hochwertige Kinderbetreuung zu gewährleisten.

Quelle