25 March 2026, 10:21

Historischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt

Titelblatt eines alten Buches mit dem Titel "Berichte über ausgew├Ąhlte F├Ąlle vor den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue" mit einer offenen Seite, die schwarzen Text zeigt.

Historischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt

In Siegburg hat ein großer Prozess um den Cum-Ex-Steuerbetrug begonnen – ein weiterer Meilenstein in Deutschlands langjähriger Aufarbeitung der umstrittenen Handelspraxis. Drei ehemalige Banker, darunter zwei Ex-Mitarbeiter des Bankhauses M.M. Warburg, müssen sich wegen des Vorwurfs der schweren Steuerhinterziehung verantworten, die mit einem mutmaßlichen Schaden von 280 Millionen Euro verbunden ist.

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Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Vorwurf, die Angeklagten hätten durch Cum-Ex-Geschäfte Steuererstattungen erschlichen, die nie tatsächlich gezahlt wurden. Die Staatsanwaltschaft Köln führt die Ermittlungen in dem Fall, der in einem eigens errichteten Gerichtssaal unter der Zuständigkeit des Landgerichts Bonn verhandelt wird. Neben den beiden Warburg-Mitarbeitern wird einem dritten Beschuldigten vorgeworfen, die Machenschaften unterstützt zu haben.

Die Verhandlungen sollen mindestens 53 Verhandlungstage umfassen, ein Urteil wird bis Mitte Dezember erwartet. Weitere Anklagen könnten folgen, da in diesem Jahr noch bis zu sieben zusätzliche Fälle eingereicht werden könnten. Derweil sind für 2026 lediglich zwei neue Cum-Ex-Prozesse angesetzt, beide in Bonn, wenngleich auch andere Gerichtsstandorte aus früheren Verfahren künftige Verhandlungen ausrichten könnten.

Der aktuelle Prozess reiht sich in eine Serie von juristischen Auseinandersetzungen ein, die sich gegen Cum-Ex-Praktiken richten – ein System, das Steuerlücken ausnutzt, um unrechtmäßige Erstattungen zu generieren. Die Behörden verfolgen seit Jahren zahlreiche Fälle, während Gerichte in ganz Deutschland mit den Folgen des Skandals beschäftigt sind.

Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten harte Strafen für ihre mutmaßliche Beteiligung an dem 280-Millionen-Euro-Betrug. Das Ergebnis dieses Verfahrens könnte zudem die sieben noch ausstehenden Anklagen beeinflussen und künftige Prozesse prägen. Juristische Beobachter werden die Entwicklungen in den kommenden Monaten genau verfolgen.

Quelle