Essen setzt auf "Schwammstadt"-Prinzip für besseren Klimaschutz bis 2030
Margit AtzlerEssen setzt auf "Schwammstadt"-Prinzip für besseren Klimaschutz bis 2030
Essen hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Klimaresilienz gemacht, indem die Stadt drei zentrale Gebiete für staatlich geförderte Anpassungsprojekte ausgewählt hat. Die Pläne werden nun im Rahmen des KRIS-Förderprogramms von Nordrhein-Westfalen vorangetrieben, das bis 2030 urbane Räume transformieren soll. Mit der offiziellen Bestätigung der Zonen rückt Essen näher an die Bewilligung finanzieller Mittel für grüne Infrastruktur heran.
Der Prozess begann damit, dass der Essener Stadtrat potenzielle Klimaanpassungszonen identifizierte. Nach einer Prüfung wurden die Gebiete Messe-Gruga, Neues Bernetal sowie Katernberg/Zollverein ausgewählt, während die Seumannstraße die Kriterien für eine vollständige Aufnahme nicht erfüllte. Die ausgewiesenen Zonen folgen dem Prinzip der "Schwammstadt" und sollen Regenwasser künftig effizienter aufnehmen und bewirtschaften.
Um KRIS-Fördergelder zu erhalten, musste Essen präzise Gebietsgrenzen festlegen und detaillierte Projektvorschläge einreichen. Die Stadt beauftragte die Emschergenossenschaft mit einer Machbarkeitsstudie und der Ausarbeitung der Pläne. Diese Konzepte wurden anschließend an das Projektträger Jülich (PtJ) und die Bezirksregierung zur abschließenden Bewertung weitergeleitet.
Sobald die Förderung offiziell bewilligt wird – voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2026 – können Grundstückseigentümer in den ausgewiesenen Zonen Zuschüsse beantragen. Das Programm sieht zudem vor, dass bis zu 25 Prozent der bisher an die Kanalisation angeschlossenen Flächen vom Entwässerungssystem abgekoppelt werden dürfen. Diese Umstellung fördert die natürliche Wasserspeicherung und entlastet die überlastete Infrastruktur.
Die Genehmigung der Zonen ebnet Essen den Weg zu Landesmitteln, um die Hochwasservorsorge und die städtische Kühlung zu verbessern. Grundstückseigentümer werden bald die Möglichkeit haben, finanzielle Unterstützung für klimafreundliche Maßnahmen zu beantragen. Die nächsten Schritte der Stadt hängen von der finalen Freigabe durch das Land NRW ab, wobei die Projekte auf die Klimaanpassungsziele bis 2030 ausgerichtet werden.






