21 March 2026, 02:25

Chefket-Konzert in Berlin abgesagt: Antisemitismus-Vorwürfe entfachen Kulturdebatte

Detailierte Karte von Israel und Palästina mit Text und Linien, die die Konfliktzonen veranschaulichen, einschließlich Städte, Flüsse und geografische Merkmale.

Antisemiten gegen Zionazis: Warum Jan Böhmermanns Misserfolg spektakulär war - Chefket-Konzert in Berlin abgesagt: Antisemitismus-Vorwürfe entfachen Kulturdebatte

Ein geplantes Konzert des deutschen Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) hat für Aufsehen gesorgt und schließlich zu seinem Ausschluss von der Veranstaltung geführt. Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen Vorwürfe des Antisemitismus, die mit seinen Beiträgen in sozialen Medien in Verbindung gebracht werden. Kulturminister Wolfram Weimer verurteilte den Auftritt als Provokation und argumentierte, dass solchen Ansichten keine Bühne geboten werden dürfe.

Chefket sollte am 7. Oktober im Rahmen der Veranstaltungsreihe Die Möglichkeit der Irrationalität auftreten, die vom Satiriker Jan Böhmermann kuratiert wird. Die Debatte begann, als der Rapper auf Instagram Fotos von T-Shirts postete, auf denen eine Karte der israelisch-palästinensischen Region ohne Israel abgebildet war. Kritiker, darunter die Zeitung Bild, warfen ihm vor, "extrem antiisraelische Motive" zu verbreiten, während der Kommentator Claudius Seidl Chefket unterstellte, Israels Existenzrecht abzulehnen.

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Böhmermann zog die Einladung später zurück und begründete dies mit der eskalierenden Diskussion. Auch andere Künstler, die für die HKW-Reihe geplant waren, sagten ihre Auftritte ab und äußerten Unbehagen über die Handhabung des Gaza-Konflikts sowie die Reaktion des Veranstaltungsorts. Gleichzeitig betonen Unterstützer Chefkets, dass weder seine Musik noch seine öffentlichen Äußerungen tatsächlich antisemitische Positionen vertreten oder Israels Recht auf Existenz infrage stellen.

Der Vorfall hat die Gräben in der Debatte um künstlerische Freiheit und staatliche Förderung vertieft. Kritiker wie taz.de hinterfragten Weimers Haltung und verwiesen auf seine früheren Versuche, die Berlinale-Leitung abzusetzen und linke Buchhandlungen zu überwachen. Einige Beobachter argumentieren, dass pauschale Schuldvorwürfe differenzierte Diskussionen ersticken, während andere auf eine ihrer Meinung nach ungleiche Prüfung konservativer im Vergleich zu linksgerichteten Kulturpolitiken hinweisen.

Das Konzert Chefkets wurde abgesagt, und die gesamte Veranstaltungsreihe steht nach mehreren Absagen auf unsicherem Grund. Die Diskussion reicht mittlerweile über die Posts des Rappers hinaus und berührt grundsätzliche Fragen zu Zensur, politischer Voreingenommenheit und den Grenzen künstlerischen Ausdrucks. Das HKW und die Veranstalter haben bisher keine weiteren Schritte bekannt gegeben.

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