30 April 2026, 12:32

1. Mai in Berlin: Zwischen Protesten, Partys und politischem Rave-Fieber

Gruppe junger Mädels in pinken Shirts und weißen Hosen, die in einem Einkaufszentrum während des Bantal International Festivals 2019 tanzen, umgeben von einer Menge, Barrieren, Bannern, Schildern, einer Uhr und Deckenleuchten.

1. Mai in Berlin: Zwischen Protesten, Partys und politischem Rave-Fieber

Berlin bereitet sich auf ein Mix aus Protesten, Partys und politischen Kundgebungen zum 1. Mai vor

Der traditionelle Tag der Arbeit hat sich im Laufe der Zeit gewandelt und verbindet heute Arbeitskampf mit Jugendkultur und Nachtleben. Das Programm reicht von feministischen Demonstrationen bis zu Raves mit politischen Reden – ein Spiegel der sich wandelnden Identität dieses Tages.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Tag beginnt früh: Um 11 Uhr startet die DGB-Maikundgebung am Strausberger Platz. Die Organisator:innen wollen Arbeiter:innen in einer gemeinsamen Bewegung vereinen. Gleichzeitig findet ab Mittag im Görlitzer Park die "Rave Against the Fence" statt – eine Mischung aus elektronischer Musik und Reden gegen systemische Ungleichheit.

Um 13:12 Uhr zieht das feministische Kollektiv F_AJOC vom Henriettenplatz aus los, um gegen patriarchale Gewalt zu protestieren. Zur gleichen Zeit beginnt die "My-Gruni"-Demo am Johannaplatz, angeführt von selbsternannten "hedonistischen Klassenkämpfer:innen". Ihre Veranstaltung verbindet politische Botschaften mit einem spielerischen, rebellischen Ton.

Am Abend, um 20 Uhr, findet an der Zickenplatz (Hohenstaufenplatz) die queere-feministische "Take Back the Night"-Kundgebung statt – passend zur Walpurgisnacht. Schon um 18 Uhr startet am Oranienplatz die größte linksextreme Demonstration Deutschlands, die revolutionäre Gruppen anzieht. Auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram dominieren jedoch eher Party-Guides und Outfit-Inspirationen als Aufrufe zu Protesten.

Ein Influencer:innen-Plan für den 1. Mai verdeutlicht den Wandel: Mehrere Raves stehen auf dem Programm, nur eine Veranstaltung hat ein politisches Rahmenprogramm. Der Schlachtruf lautet dieses Jahr für viele eher "Raver aller Länder, vereint euch!" als das klassische "Proletarier aller Länder, vereint euch!".

Der 1. Mai in Berlin umfasst heute Arbeitskämpfe, feministische Proteste und Großraves. Die Mischung aus Aktivismus und Unterhaltung zeigt, wie sich der Feiertag verändert hat. Während einige Veranstaltungen den ursprünglichen Geist der Arbeiterbewegung bewahren, spiegeln andere den Zugang einer jüngeren Generation zu Feiern und Widerstand wider.

Quelle