17 March 2026, 10:23

Zuckerrübenanbau in der Krise: Wie Landwirte mit Innovationen gegensteuern

Nahaufnahme einer Blattschneiderbiene auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in der Krise: Wie Landwirte mit Innovationen gegensteuern

Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät unter Druck

Der Anbau von Zuckerrüben in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen: sinkende Preise, steigende Kosten und neue Handelsregeln setzen die Branche unter Druck. Zwischen 2023 und 2026 gingen die Anbauflächen um etwa 17 Prozent zurück, wobei besonders Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die stärksten Rückgänge verzeichneten. Angesichts dieser Schwierigkeiten setzen Landwirte zunehmend auf innovative Pflanzenschutzmethoden, um Erträge und Qualität zu sichern.

Krankheiten und Unkraut bedrohen die Ernte Die größten Gefahren für den Zuckerrübenanbau bleiben Krankheiten und Unkräuter. Schwere Ausbrüche von Stolbur (SBR) und Cercospora-Blattflecken können den Zuckerertrag um 40 bis 50 Prozent mindern – betroffene Felder wirken dann vertrocknet und erinnern an Tabakpflanzen. Resistente Unkräuter, vor allem Hühnerhirse, schmälern die Rentabilität zusätzlich und machen die Ernte mitunter kaum noch lohnend.

Da immer weniger zugelassene Herbizide verfügbar sind, müssen Landwirte nach Alternativen suchen. Notfallzulassungen für bestimmte Wirkstoffe haben kurzfristig geholfen, doch langfristige Lösungen sind nötig. 2025 testete Betriebsleiter Marius Feldmann auf seinen Feldern Rinpode, ein neues Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl. Die Ergebnisse waren vielversprechend: Das Mittel bekämpfte hartnäckige Hühnerhirse und Ausfallraps effektiv, ohne die Rüben selbst nennenswert zu schädigen.

Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Fokus Rinpode überzeugte vor allem durch seine Effizienz. Feldmann hob die einfache Anwendung und die extrem niedrige Aufwandmenge hervor – nur 2 Gramm pro Hektar. Erste Versuche deuten darauf hin, dass das Mittel durch zuverlässige Unkrautbekämpfung den Zuckerertrag um bis zu einer Tonne pro Hektar steigern könnte. Trotz schlechter Zuckerpreise und schwieriger Marktbedingungen bleibt Feldmann dem Rübenanbau treu und sieht moderne Pflanzenschutzmittel als unverzichtbar an, um die Produktion aufrechtzuerhalten.

Neben Herbiziden setzen Landwirte zunehmend auf fortschrittliche Fungizide und Biostimulanzien. Diese Innovationen sollen Krankheiten eindämmen, die Pflanzengesundheit verbessern und die Erträge stabilisieren. Doch zollfreie Zuckerimporte im Rahmen des Mercosur-Abkommens belasten die Wirtschaftlichkeit zusätzlich – jede Effizienzsteigerung wird so zum Überlebensfaktor.

Zukunft des Zuckerrübenanbaus hängt von Innovationen ab Der Rückgang der Anbauflächen ist das Ergebnis wirtschaftlicher und agronomischer Zwänge. Mit weniger zugelassenen Wirkstoffen und steigenden Produktionskosten sind Landwirte wie Feldmann auf neue Lösungen angewiesen, um den Anbau rentabel zu halten. Sollten sich Mittel wie Rinpode in größeren Versuchen bewähren, könnten sie dazu beitragen, die Erträge zu stabilisieren – und damit die Zukunft des deutschen Zuckerrübensektors zu sichern.

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