Willichs Kita-Gebührenreform spaltet Eltern und Politik
Willich steht vor neuer Kontroverse um geplante Änderungen der Kita-Gebühren
In Willich eskaliert der Streit um geplante Reformen der Kindertagesstätten-Gebühren. Eltern und lokale Initiativen reagieren verärgert auf Vorhaben, die eine Kürzung von Geschwisterrabatten und eine Deckelung der jährlichen Gebührensteigerungen vorsehen. Die Debatte entzündet sich, während die Stadtverwaltung nach Wegen sucht, die Haushaltslage zu entlasten – ohne die Steuern zu erhöhen.
Seit Jahren drehen sich die Diskussionen um die Kosten für Kinderbetreuung in Willich im Kreis. Nun, da die Verwaltung die Regeln für Elternbeiträge überarbeitet, verschärft sich die Lage erneut.
Die aktuellen Vorschläge folgen einem Auftrag des Haupt- und Finanzausschusses, der die Behörde aufgefordert hatte, die Beteiligung der Eltern an den Betreuungskosten zu überprüfen. Bürgermeister Christian Pakusch betonte, es gehe darum, die Geschwisterermäßigungen anzupassen – nicht abzuschaffen – und die Gebührenerhöhungen auf maximal drei Prozent pro Jahr zu begrenzen. Doch viele Eltern zeigen sich skeptisch.
Besonders kritisch äußert sich Marlene Mendes, eine Anratherin, die sich mit anderen Eltern gegen die Pläne stellt. Sie argumentieren, dass die Streichung von Geschwisterermäßigungen und mögliche Gebührensteigerungen Familien unzumutbar belasten würden. Auch der Jugend- und Erziehungsbeirat der Eltern (JAEB) lehnt die Maßnahmen ab und warnt, dass höhere Kosten den Zugang zu frühkindlicher Förderung erschweren könnten.
Die Stadt erhofft sich durch die Kürzung der Geschwisterermäßigungen zusätzliche Einnahmen in Höhe von 500.000 Euro, durch die Begrenzung dynamischer Gebührenanpassungen weitere 100.000 Euro. Vertreter der Verwaltung verweisen darauf, dass benachbarte Kommunen wie Nettetal und Kempen bereits durchgehend 50 Prozent der Gebühren für Geschwisterkinder erheben. Die SPD-Fraktion in Willich kritisiert den Kurs jedoch scharf: Eltern dürften nicht die Hauptlast der Haushaltskonsolidierung tragen.
Noch ist keine Entscheidung gefallen. Die Vorschläge der Verwaltung müssen zunächst von den gewählten Vertretern beraten und beschlossen werden. Bis dahin bleiben die Pläne in der Prüfung – konkrete Änderungen stehen noch aus.
Das Ergebnis der Debatte wird zeigen, ob Willich dem Beispiel benachbarter Städte folgt und höhere Geschwistergebühren einführen wird. Falls die Anpassungen beschlossen werden, träten sie im kommenden Haushaltsjahr in Kraft. Bis dahin formiert sich weiter Widerstand – Eltern und lokale Gruppen wehren sich gegen die geplanten Veränderungen.






