18 April 2026, 14:29

Wie ein Dorf Geflüchteten in Schildgen eine neue Heimat gab – zehn Jahre später

Plakat zum 70. Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte, umgeben von Text und Zahlen in einem Foto Rahmen.

Wie ein Dorf Geflüchteten in Schildgen eine neue Heimat gab – zehn Jahre später

Vor zehn Jahren schlossen sich die Bewohner von Schildgen zusammen, um Geflüchtete in ihrer Gemeinde zu unterstützen. Die 2015 gestartete Initiative "Willkommen in Schildgen" hat seitdem vielen Menschen geholfen, ihr Leben neu aufzubauen – darunter Youssef Messraba, ein syrischer Geflüchteter, der heute Elektro- und Medizintechnik studiert. Anlässlich des Jubiläums finden in diesem Monat eine Gedenkveranstaltung und eine Ausstellung statt, die den Weg jener zeigen, die in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben.

2015 formierte sich eine Gruppe von etwa 100 Schildgener Bürgern, um Geflüchteten bei der Ansiedlung in der Region zu helfen. Die Initiative "Willkommen in Schildgen" bot praktische Unterstützung – von Behördengängen über Deutschkurse bis hin zur Jobvermittlung. Ehrenamtliche standen den Neuankömmlingen auch in rechtlichen und beruflichen Fragen zur Seite und halfen ihnen, sich reibungslos zu integrieren.

Youssef Messraba gehörte zu denen, die in jenem Jahr ankamen. Trotz gelegentlicher Vorurteile fand er in der Gemeinschaft Halt. Er absolvierte eine Ausbildung zum Elektroniker und studiert mittlerweile Elektro- und Medizintechnik. Sein Freundeskreis besteht heute ausschließlich aus Deutschen – drei Jahre lang lebte er sogar mit einer deutschen Partnerin in Köln.

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Zehn Jahre später sind die Erfolge der Initiative deutlich sichtbar: 72 Prozent der Geflüchteten sind erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium, und die meisten sprechen fließend Deutsch. Ihre Geschichten sind nun Teil der Ausstellung "Himmel un Ääd", die noch bis zum 6. Dezember in der Altenberger-Dom-Straße 125 zu sehen ist. Die Jubiläumsveranstaltung "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" findet am 28. November am selben Ort statt und zeigt Fotos von früheren Feiern.

Die langfristige Wirkung der Initiative zeigt sich im Leben derer, die sie unterstützt hat. Viele Geflüchtete wie Messraba haben sich in Deutschland eine Karriere, Freundschaften und eine Zukunft aufgebaut. Die Ausstellung und die Jubiläumsveranstaltung erzählen von ihren Wegen – und beweisen, wie der Einsatz einer kleinen Gemeinschaft nachhaltigen Wandel bewirken kann.

Quelle