Widerstand in Willich: Bürger kämpfen gegen Wohnbauprojekt auf Moltkedorf-Gelände
Angelina ReinhardtWiderstand in Willich: Bürger kämpfen gegen Wohnbauprojekt auf Moltkedorf-Gelände
In Willich formiert sich massiver Widerstand gegen das geplante Wohnbauprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Moltkedorfs. Das 2,9 Hektar große Areal, das einst als Flüchtlingsunterkunft diente, soll Platz für 200 neue Wohnungen bieten. Doch 156 Anwohner haben eine gemeinsame Erklärung gegen das Vorhaben unterzeichnet und fordern stattdessen die Erhaltung der Fläche als Grünzone.
Die Stadt will mit dem Bauprojekt dem Wohnungsmangel begegnen und plant eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und mehrgeschossigen Wohngebäuden. Das Konzept sieht eine Hofbebauung, unterirdische Parkplätze sowie Radwege vor, die die Kruse-Straße mit An Liffersmühle verbinden sollen. Ein Einbahn-Ringsystem würde alle Wohneinheiten erschließen, der Zugang erfolgte über die Moltke-Straße.
Die Anwohner kritisieren jedoch, dass die Bebauung zu dicht sei – insbesondere die viergeschossigen Gebäude, die über die benachbarten Kleingärten ragen würden. Ihre Bedenken gelten zudem dem erhöhten Verkehrsaufkommen, Lärmbelastung und unzureichenden Parkmöglichkeiten, trotz der von der Stadt geplanten Tiefgaragen und Stellplätze. Viele fürchten außerdem den Verlust eines Grünstreifens an der Moltkestraße 31–35, der derzeit als Lebensraum für Tiere und natürliche Barriere dient.
Die Initiativen schlagen Alternativen vor: die Fläche als Freiraum zu erhalten, die Kleingärten zu erweitern oder ein lokaler Versorgungspunkt mit Bäckerei, Metzgerei und Markt zu entstehen. Sie betonen, dass Grünflächen die Luftqualität verbessern, die Artenvielfalt fördern und bei der Regenwasserspeicherung helfen – alles zentrale Aspekte der Klimaanpassung.
Trotz des Widerstands plant die Stadt, die ehemalige Flüchtlingsunterkunft bis Ende des Jahres zu schließen und das Bauvorhaben umzusetzen. Die Anwohner bestehen jedoch darauf, dass der ökologische und erholungsbezogene Wert des Geländes Vorrang vor Neubauprojekten haben sollte.
Der Konflikt spiegelt die widerstreitenden Interessen in Willich wider: dringend benötigter Wohnraum steht gegen den Erhalt von Grünflächen. Zwar sieht das städtische Konzept klimafreundliche Elemente vor, doch die Gegner argumentieren, dass diese den Verlust von Freiflächen nicht ausgleichen können. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Bauprojekts steht noch aus.






