29 April 2026, 14:28

Streit um bundesweite Stallpflicht für Geflügel: Tierwohl vs. Seuchenschutz

Schwarzes und weißes Foto von Hühnern in einem Außengehege umgeben von Gras, Pflanzen, Bäumen und einem Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Keine generelle Stallpflicht für Geflügel in NRW - Streit um bundesweite Stallpflicht für Geflügel: Tierwohl vs. Seuchenschutz

In Deutschland hat sich die Debatte über Stallhaltungspflichten für Geflügel weiter zugespitzt. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft fordert eine bundesweite Regelung und argumentiert, dass dies eine der wichtigsten Maßnahmen sei, die die Politik ergreifen könne. Gleichzeitig lehnte Agrarministerin Silke Gorißen eine solche Verpflichtung für Nordrhein-Westfalen ab – mit Verweis auf das Tierwohl.

Der Verband drängt die Bundesbehörden, eine flächendeckende Stallpflicht für sämtliches Geflügel einzuführen. Nach Ansicht der Branche sei dieser Schritt für die Seuchenprävention unverzichtbar und gehöre zu den obersten Prioritäten der Politik. Das Bundeslandwirtschaftsministerium betonte jedoch, dass die Zuständigkeit für die Bekämpfung von Tierseuchen bei den Ländern liege – nicht beim Bund.

In Nordrhein-Westfalen lehnte Ministerin Silke Gorißen (CDU) kürzlich eine generelle Stallpflicht für Geflügel ab. Ihre Entscheidung begründete sie mit Bedenken hinsichtlich des Tierstresses: Freiland gewohnte Vögel hätten Schwierigkeiten, sich an die Haltung im Inneren anzupassen. Zudem müsse eine Regelung regionale Unterschiede berücksichtigen, da die landwirtschaftlichen Bedingungen vor Ort stark variierten.

Gegner einer bundesweiten Verpflichtung verweisen auf die finanzielle Belastung für kleine Betriebe. Viele Höfe verfügen nicht über die nötige Infrastruktur, um Vögel dauerhaft im Stall zu halten – nachträgliche Umbauten wären mit hohen Kosten verbunden. Tierwohl-Experten warnen zudem, dass eine plötzliche Stallhaltung Tiere, die an Auslauf gewöhnt sind, gesundheitlich beeinträchtigen könnte.

Der Streit lässt Geflügelhalter in Unsicherheit zurück. Während die Branche strengere Maßnahmen zur Krankheitsvorsorge fordert, stellen Landespolitiker wie Gorißen das Tierwohl und wirtschaftliche Folgen in den Vordergrund. Bis auf Weiteres gibt es keine einheitliche Regelung – die Entscheidungen bleiben den einzelnen Regionen überlassen.

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