Sören Link verzichtet auf SPD-Spitzenkandidatur für NRW-Landtagswahl 2027
Halil KramerSören Link verzichtet auf SPD-Spitzenkandidatur für NRW-Landtagswahl 2027
Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link hat bestätigt, dass er nicht als Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027 in Nordrhein-Westfalen antreten wird. Diese Entscheidung fällt trotz massiver Unterstützung durch führende Parteimitglieder, darunter Bundesarbeitsministerin Barbara Bas. Die Ankündigung folgt auf monatelange Spekulationen über seine mögliche Rolle bei der Wiederbelebung der SPD inmitten sinkender Umfragewerte.
Erst vor wenigen Monaten wurde Link mit einer deutlichen Mehrheit als Oberbürgermeister von Duisburg wiedergewählt. Er bezeichnete seinen Sieg als Auftrag und Verantwortung zugleich und betonte, dass er sich auf seine kommunalen Pflichten konzentrieren wolle – statt auf Landespolitik. Mit seinem Verzicht auf eine Kandidatur 2027 beendet er frühzeitige Diskussionen über seine Aufstellung, die an Fahrt aufgenommen hatten, nachdem SPD-Chefin Bas ihn im Januar öffentlich ins Spiel gebracht hatte.
Die SPD in Nordrhein-Westfalen steht vor einer schwierigen politischen Ausgangslage. Aktuelle Umfragen vom Spätherbst 2024 zeigen die Partei bei nur noch 16 bis 18 Prozent – ein Rückgang von 27 Prozent im Jahr 2022. Die CDU liegt demgegenüber stabil bei 40 bis 41 Prozent, die Grünen bei 14 bis 17 Prozent, die AfD bei 11 bis 13 Prozent. Kleinere Parteien wie FDP, Linke und BSW bewegen sich zwischen 2 und 5 Prozent. Die schwache Performance der SPD erhöht den Druck auf die schwarz-rote Koalition, während wirtschaftliche Unsicherheiten die Lage zusätzlich belasten.
Trotz des Rückschlags bleiben der SPD Optionen. Der Landesverband verfügt über einen Pool qualifizierter Kandidaten für die Spitzenposition. Parteivertreter planen, die Wahlstrategie im Januar zu finalisieren, doch konkrete Namen wurden bisher nicht genannt.
Links Absage zwingt die SPD, nach einem starken Herausforderer zu suchen, um die Vorherrschaft der CDU 2027 zu brechen. Nun muss sich die Partei auf den Wiederaufbau ihrer Unterstützung konzentrieren und gleichzeitig im neuen Jahr ihre Kampagnenplanung abschließen. Angesichts der dramatischen Umfrageeinbrüche wird die Personalentscheidung entscheidend für den Wahlausgang sein.






