Soll das Bronze-Schwimmabzeichen für Kinder in Freibädern Pflicht werden?
Margit AtzlerSoll das Bronze-Schwimmabzeichen für Kinder in Freibädern Pflicht werden?
Bundweite Debatte: Soll der Eintritt in Freibäder an das Bronze-Schwimmabzeichen für Kinder geknüpft werden?
Der Vorschlag des Präsidenten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Freibäder könnten von Kindern nur noch mit dem Bronze-Schwimmabzeichen betreten werden, sorgt für geteilte Reaktionen – bei Sicherheitsexperten wie bei Politikern.
Peter Harzheim, Präsident der DLRG, forderte Kommunen und private Betreiber auf, die Regel einzuführen. Es gehe nicht um Bürokratie, sondern um eine notwendige Maßnahme zur Verbesserung der Badesicherheit, betonte er. Das Abzeichen garantiere, dass Kinder sicher schwimmen könnten, und erinnere Eltern an ihre Aufsichtspflicht.
Ute Vogt, ebenfalls von der DLRG, unterstützte den Vorstoß und wies darauf hin, dass Eltern und Aufsichtspersonen die Hauptverantwortung für die Sicherheit von Kindern im Wasser trügen. Christian Mankel, Geschäftsführer des Deutschen Fachverbandes für Bademeister (DGfdB), nannte die Diskussion nachvollziehbar, warnte jedoch vor unbeabsichtigten Folgen. Strenge Zugangsbeschränkungen könnten Nichtschwimmer oder schwache Schwimmer in unbewachte und gefährlichere Gewässer drängen, so seine Befürchtung.
Die Grünen-Politikerin Schahina Gambir kritisierte den Vorschlag als ausgrenzend. Er benachteilige einkommensschwache Familien und führe zu Ungerechtigkeiten, argumentierte sie. Falls die Regel komme, müssten alle Kinder Zugang zu Schwimmkursen erhalten.
Ziel der geplanten Pflicht zum Bronze-Abzeichen ist es, die Sicherheit in Freibädern zu erhöhen. Doch es gibt Bedenken, dass sie bestimmte Gruppen ausschließt und schwächere Schwimmer in riskantere Bereiche abdrängt. Die Debatte zeigt: Es gilt, Sicherheit und Zugänglichkeit in Einklang zu bringen.






