Solingen diskutiert wachsende Risiken für die innere Sicherheit bis 2028
Margit AtzlerSolingen diskutiert wachsende Risiken für die innere Sicherheit bis 2028
Veranstaltung in Solingen: Militär und Zivilgesellschaft diskutieren wachsende Bedrohungen für die innere Sicherheit
Eine kürzliche Veranstaltung in Solingen brachte militärische und zivile Führungskräfte zusammen, um über die zunehmenden Gefahren für die innere Sicherheit zu sprechen. Organisiert von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Solingen, stand die Zusammenkunft im Zeichen des 70-jährigen Bestehens der Bundeswehr und konzentrierte sich auf die Stärkung der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Die Redner warnten vor möglichen Angriffen auf kritische Infrastrukturen bis zum Jahr 2028 und betonten die Notwendigkeit einer besseren Vorbereitung.
Die Veranstaltung unter dem Titel "Innere Sicherheit in Zeiten erhöhter Bedrohungen – wie sieht die zivil-militärische Zusammenarbeit aus?" wurde von Generalmajor Andreas Henne, Kommandeur der Abteilung Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, mitgestaltet. Er skizzierte ein Szenario, in dem zivile Infrastrukturen innerhalb der nächsten vier Jahre gezielt angegriffen werden könnten. Henne forderte eine höhere Resilienz in allen Bereichen der Gesellschaft – mental, organisatorisch und militärisch.
Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, eröffnete die Diskussion mit einem Appell zum Schutz von Demokratie, Freiheit und Frieden. Sie argumentierte, dass eine widerstandsfähige Gesellschaft entscheidend sei, um Sicherheit in unsicheren Zeiten zu gewährleisten.
Auch lokale Verantwortungsträger brachten ihre Perspektiven ein. Jan Welzel, Leiter der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Solingen, erklärte, die Stadt sei "auf dem richtigen Weg" mit ihren Schutzmaßnahmen. Dazu gehöre die Absicherung zentraler Systeme wie Wasser-, Strom- und Gasversorgung. Markus Röhrl, Polizepräsident des Bergischen Städtedreiecks, erläuterte, wie die Sicherheitsbehörden Krisen bewältigen und mit anderen Stellen koordinieren.
Die Gespräche unterstrichen die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, dem Deutschen Roten Kreuz und der Kommunalverwaltung. Zwar gibt es bereits allgemeine Ansätze zur zivil-militärischen Kooperation – etwa die KRITIS-Verordnungen und gestärkte medizinische Dienste –, konkrete Partnerschaften auf Stadtebene wurden auf der Veranstaltung jedoch nicht vorgestellt.
Die Tagung endete mit einem gemeinsamen Aufruf zu größerer Vorbereitung auf künftige Bedrohungen. Steingrüber betonte erneut, dass eine widerstandsfähige Gesellschaft unerlässlich sei, um Frieden, Freiheit und Sicherheit zu bewahren. Veranstalter und Teilnehmer waren sich einig: Die fortlaufende Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteuren bleibt entscheidend, um den sich wandelnden Risiken zu begegnen.






