"Scientology-Speedrun"-Trend sorgt für Polizeieinsätze in deutschen Städten
Margit Atzler"Scientology-Speedrun"-Trend sorgt für Polizeieinsätze in deutschen Städten
Ein neuer TikTok-Trend namens Scientology-Speedrun hat Deutschland erreicht. Teilnehmer stürmen Scientology-Zentren und behandeln die Gebäude wie Level in einem Videospiel. Die Aktion hat bereits zu Polizeieinsätzen und Drohungen mit rechtlichen Konsequenzen geführt.
Der Trend begann in den USA, wo einige Scientology-Einrichtungen ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkten. In Deutschland fand der erste dokumentierte Vorfall im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee im Berliner Bezirk Charlottenburg statt. Eine lokale Bloggerin mit dem Account @larahertha organisierte dort einen Speedrun – doch die Polizei warnte sie vor möglichen Anzeigen.
Ziel der Challenge ist es, so weit wie möglich in das Gebäude vorzudringen, wobei jede Etage als neues Level gilt. Sicherheitskräfte werden dabei wie nicht spielbare Charaktere (NPCs) behandelt. In Deutschland kann Hausfriedensbruch mit Geldstrafen oder sogar bis zu einem Jahr Haft bestraft werden – doch das schreckt die Teilnehmer nicht ab.
Aufrufe zur Teilnahme verbreiten sich inzwischen in anderen deutschen Städten, darunter Stuttgart, Hamburg und München. Online diskutieren Nutzer bereits über das nächste Ziel: den Bundestag.
Scientology, das in Deutschland 2024 etwa 3.600 Mitglieder zählt, will seine Lehren durch einen Prozess namens Scientologisierung verbreiten. Die Organisation behauptet, ihre Methoden könnten „Clears“ – perfektionierte Menschen – mithilfe proprietärer Techniken erschaffen.
Die Zentren der Sekte sind nun in Alarmbereitschaft, die Polizei beobachtet die Aktivitäten. Hausfriedensbruch bleibt strafbar, und Teilnehmer riskieren juristische Konsequenzen. Gleichzeitig gewinnt die Challenge online weiter an Fahrt – neue Standorte werden bereits vorgeschlagen.






