RAW-Gelände in Berlin: Kulturzentrum zwischen Abriss und Rettung
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden kulturellen Zentrums, ist derzeit ungewiss. Ein Streit zwischen der Kurth-Gruppe und den lokalen Behörden über die Bebauungspläne gefährdet den Bestand des Areals. Aktuell beherbergt das Gelände Dutzende Clubs, Bars, Ateliers und kulturelle Veranstaltungsorte.
Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als Wartungsstätte für Reichsbahn-Züge genutzt, wurde es nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben. Heute prägen Konzerthallen, ein Biergarten, ein Skatepark, eine Boulderhalle, Lagerhallen mit restaurierten Möbeln und saisonale Märkte das Bild.
Im Januar beantragte die private Eigentümerin, die Kurth-Gruppe, eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsneubauten. Senat und Bezirk legten Mitte Mai einen Rahmenvertrag vor, den die Gruppe jedoch ablehnte. Streitpunkt ist die Anzahl der geplanten Wohnungen sowie der Erhalt historischer Hallen, in denen Clubs und Kulturstätten untergebracht sind.
Veranstalter von Protesten warnen, dass die Zukunft des Geländes auf dem Spiel stehe. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsklagen erhalten – der Club Cassiopeia könnte bereits nächste Woche geräumt werden. Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter des Clubs, hat eine Petition gestartet, um den Senat zum Handeln zu drängen.
Der Konflikt bleibt vorerst ungelöst. Durch die Ablehnung des Rahmenvertrags stehen die kulturellen und sozialen Räume des RAW-Geländes unter Druck. Sollte keine alternative Lösung gefunden werden, könnten die Räumungen bald beginnen.
