On-Demand-ÖPNV in Neukirchen-Vluyn scheitert trotz großer Nachfrage an der Finanzierung
Halil KramerOn-Demand-ÖPNV in Neukirchen-Vluyn scheitert trotz großer Nachfrage an der Finanzierung
On-Demand-ÖPNV-Pilotprojekt in Neukirchen-Vluyn endet nach drei Jahren
Nach drei Jahren Betrieb steht das On-Demand-Verkehrsprojekt in Neukirchen-Vluyn vor dem Aus. Das Vorhaben, das ein flexibles, digital gesteuertes Nahverkehrssystem einführte, erhielt über fünf Jahre hinweg 1,8 Millionen Euro Landesförderung. Doch nun steht die Kommune vor der Frage, wie es langfristig weitergehen soll.
Das Projekt startete mit breiter Unterstützung durch die Stadt und private Partner. Neukirchen-Vluyn übernahm die Koordination, während vier lokale Taxi- und Mietwagenunternehmen Personal und finanzielle Mittel bereitstellten. Margit Ciesielski, Erste Beigeordnete der Stadt, bezeichnete es als mutigen Schritt hin zu einer Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs.
Während der Laufzeit registrierten sich über 8.000 Nutzer für den Service. Trotz der großen Nachfrage gelang es den Verantwortlichen jedoch nicht, ein tragfähiges Finanzierungsmodell zu etablieren. Die ursprüngliche Laufzeit wurde um ein Jahr verlängert, wobei das Land einen Betriebskostenzuschuss von 560.000 Euro gewährte. Die Kommune stockte diesen Betrag auf, um den Service aufrechtzuerhalten.
Der letzte Betriebstag ist auf den 31. Dezember 2025 datiert. Ohne eine langfristige Finanzierungsperspektive bleibt die Zukunft des On-Demand-Systems ungewiss.
Das Pilotprojekt zeigte zwar, dass in der Region Bedarf an flexiblen Verkehrsangeboten besteht. Doch die geplante Einstellung zum Jahresende unterstreicht die Herausforderungen, solche Innovationen über die Testphase hinaus dauerhaft zu finanzieren. Nun müssen Stadt und Partner entscheiden, ob sie nach alternativen Lösungen suchen – oder den Service endgültig einstellen.






