NRW-Polizei jagt "PS-Influencer" mit neuem Einsatzplan gegen illegale Straßenrennen
Halil KramerTuner-Szene: NRW-Polizei zielt auf 'Entertainer' - NRW-Polizei jagt "PS-Influencer" mit neuem Einsatzplan gegen illegale Straßenrennen
Polizei in Nordrhein-Westfalen geht gegen wachsendes Problem vor: illegale Straßenrennen und gefährliche Autotreffen, organisiert von Social-Media-Influencern
Die Beamten im bevölkerungsreichsten Bundesland nehmen zunehmend so genannte "PS-Influencer" ins Visier – Akteure, die sich beim Rasen filmen und die Videos online stellen. Dadurch locken sie große Menschenmengen zu nicht genehmigten Veranstaltungen, die oft in rücksichtsloses Fahren und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit umschlagen. Nun wurde ein neuer Einsatzplan gestartet, um das Problem einzudämmen, bevor es weiter eskaliert.
Frühzeitige Überwachung und präventives Eingreifen Im Mittelpunkt der Strategie steht die Beobachtung der Online-Aktivitäten von Influencern, die Hochgeschwindigkeits-Stunts und Tuning-Events bewerben. Durch die Analyse ihrer Social-Media-Kanäle wollen die Behörden frühzeitig von geplanten Treffen erfahren. So können Polizisten Teilnehmer bereits auf dem Weg zum Veranstaltungsort abfangen und verhindern, dass gefährliche Situationen entstehen.
Wird ein nicht genehmigtes Event gemeldet, sieht der Plan eine sofortige Großrazzia vor. Dabei können Hubschrauber oder Drohnen zum Einsatz kommen, um Beweismaterial zu sammeln und die Lage aus der Luft zu beurteilen. Zudem behalten sich die Behörden vor, Influencer direkt anzusprechen – etwa durch offizielle Verwarnungen oder areaweises Betretungsverbot auf Grundlage des öffentlichen Sicherheitsrechts.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) und das Landeskriminalamt (LKA) werden die Szene engmaschig überwachen. Falls nötig, arbeiten sie mit den Polizeibehörden der Nachbarländer Belgien und Niederlande zusammen, um zu verhindern, dass Teilnehmer durch Grenzübertritte der Verfolgung entgehen.
Ziel: Verantwortung vor dem Event Die Maßnahmen richten sich gezielt gegen Influencer, die ihre Reichweite nutzen, um illegale Rennen und gefährliche Stunts zu propagieren. Durch die Störung geplanter Treffen und verschärfte Kontrollen soll die Gefahr für die Allgemeinheit verringert werden. Gleichzeitig geht es darum, Organisatoren bereits im Vorfeld zur Rechenschaft zu ziehen – bevor die Veranstaltungen überhaupt stattfinden.