02 April 2026, 00:24

NRW-Kitas vor Umbruch: Warum Kernzeiten die Kinderbetreuung verändern sollen

Ein schlafendes Baby auf einer Wickelauflage, das ein weißes T-Shirt trägt, auf dem 'Sleep Safe for Kids' steht, mit einem unscharfen Hintergrund.

NRW-Kitas vor Umbruch: Warum Kernzeiten die Kinderbetreuung verändern sollen

Nordrhein-Westfalens Kinderministerin Verena Schäffer verteidigt umstrittene Pläne für Kernöffnungszeiten in Kitas

Kinderministerin Verena Schäffer (Nordrhein-Westfalen) hat die umstrittenen Pläne zur Einführung von Kernbetreuungszeiten in Kindertageseinrichtungen verteidigt. Der Vorschlag ist Teil des neuen Kinderbildungsgesetzes und soll Personalengpässe abfedern, ohne dass Einrichtungen schließen müssen. Schäffer räumt ein, dass das aktuelle System unzuverlässig sei und so nicht weitergeführt werden könne.

Das neue Modell sieht eine Zweiteilung der Betreuung vor: Kitas würden mit einem Stammpersonal fünf Stunden "Kernzeit" pro Tag abdecken, während zusätzliche Kräfte die übrigen "Randzeiten" übernehmen. Diese ergänzenden Mitarbeiter müssten zwar pädagogisch qualifiziert sein, jedoch nur eine zweijährige statt der üblichen dreijährigen Ausbildung absolvieren.

Schäffer bezeichnet den Ansatz als pragmatische Lösung, da viele Einrichtungen Schwierigkeiten hätten, offene Erzieherstellen zu besetzen. Die Ministerin verweist auf den anhaltenden Fachkräftemangel im Bereich der frühkindlichen Betreuung, der das bestehende System an seine Grenzen bringe. Die Reform solle Schließungen verhindern und die Versorgung der Familien sichern.

Ähnliche Kernzeitmodelle wurden bereits in anderen Bundesländern wie Bayern seit 2023 erprobt. Zwar konnten dadurch die Öffnungszeiten ausgeweitet und berufstätige Eltern entlastet werden, doch stiegen gleichzeitig die Kosten für die Kommunen, und die Personalnot verschärfte sich. In Ländern wie Schweden und Dänemark funktionieren flexible Kernzeiten seit den 2000er-Jahren besser – dank höherer Personaldecke –, auch wenn Erzieher dort weiterhin mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben kämpfen.

Die geplanten Reformen sollen Kitas trotz Personalmangels betriebsfähig halten. Durch die Aufteilung in Kern- und Randzeiten hofft die Landesregierung, Zuverlässigkeit und verfügbare Ressourcen in Einklang zu bringen. Ob das Modell gelingt, hängt davon ab, wie gut die ergänzenden Kräfte mit der verkürzten Ausbildungsdauer die Betreuungsqualität aufrechterhalten können.

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AKTUALISIERUNG

Families face weekly group closures as Kita reforms push ahead

Minister Schäffer has highlighted a practical challenge driving the reform: five hours of daily core care. She cited families struggling to explain to employers why their child's group closes one day weekly. 200 million Euro in temporary funding for Kita stability was also revealed, though critics argue this fails to address long-term staffing shortages.