31 March 2026, 20:24

NDR feuert Julia Ruhs – war ihre konservative Haltung der Grund?

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor einem Gebäude mit Fenstern zu Reportern, umgeben von Menschen und Medienpersonal mit Mikrofonen, unter einem bewölkten Himmel.

NDR feuert Julia Ruhs – war ihre konservative Haltung der Grund?

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat Julia Ruhs als alleinige Moderatorin seiner Reportagereihe Klar abberufen. Die Entscheidung folgt auf Kritik an ihren politischen Ansichten, die sie selbst als "konservativ-liberal" bezeichnet. Seitdem haben sich Komiker:innen und Kolleg:innen aus dem Medienbereich in die Debatte eingeschaltet.

Der Schritt hat eine Diskussion über Ausgewogenheit und Meinungsfreiheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgelöst.

Julia Ruhs hatte drei Folgen von Klar für den NDR moderiert, die allesamt von der Redaktion abgesegnet worden waren. Dennoch entschied sich der Sender, sie für künftige Ausgaben durch Tanit Koch zu ersetzen. Ruhs wird die Sendung jedoch weiterhin für den Bayerischen Rundfunk (BR) präsentieren, wo sie vor drei Jahren als Freiwillige begonnen hatte.

Ihre politische Haltung geriet besonders nach der Veröffentlichung des Buches Links-grüne Meinungsmacht. Die Spaltung unseres Landes in den Fokus, in dem sie den Einfluss links-grüner Strömungen in den Medien kritisch hinterfragt. Zudem trat sie bei einer CSU-Veranstaltung in Bad Tölz auf, wo sie über algorithmusgesteuerte Filterblasen und die traditionelle Printmedienlandschaft sprach. Diese Positionen führten dazu, dass sie von manchen als umstritten eingestuft wurde.

Oliver Welke, Moderator der ZDF-heute show, verteidigte Ruhs in einer aktuellen Sendung. Er argumentierte, der NDR hätte sie behalten sollen, und betonte: "Wir müssen alle mehr aushalten können." Welke zeigte eine Zusammenstellung ihrer Interviews, darunter ein Ausschnitt aus dem Cicero-Magazin, und stellte infrage, wie "konservativ-liberal" ihre Positionen tatsächlich seien. Der Beitrag trug den Untertitel "Hier darf man gar nichts mehr sagen", was auf eine ungerechtfertigte Kritik an Ruhs anspielte.

Der ZDF-Komiker Christoph Bosetti positionierte sich hingegen anders: Er unterstützte die NDR-Entscheidung und bezeichnete die Empörung als "Populismus und schlechten Journalismus". Ruhs selbst kommentierte die heute show über X mit den Worten, sie sei "etwas gemein, aber sehr lustig".

Der Streit verdeutlicht die Spannungen um politische Ausgewogenheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Während Ruhs weiterhin für den BR vor der Kamera steht, setzt der NDR auf Koch als ihre Nachfolgerin. Die Debatte über ihre Rolle hält an – die Meinungen von Medienvertreter:innen und Kommentator:innen gehen dabei weit auseinander.

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