08 April 2026, 02:21

Münster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt geplante Umbenennung historischer Straßennamen

Alte Ansichtskarte von Hannover, Deutschland, die eine Stadtstraße mit Gebäuden, Straßenlaternen, Menschen und Himmel zeigt.

Münster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt geplante Umbenennung historischer Straßennamen

Eine Bürgerinitiative in Münster-Mitte hat erfolgreich genug Unterschriften gesammelt, um die Umbenennung von fünf örtlichen Straßen anzufechten. Die Kampagne, die sich für die Beibehaltung der aktuellen Straßennamen einsetzt, wurde nun von den Bezirksbehörden offiziell als zulässig anerkannt.

Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen die Straßen Skagerrakstraße, Admiral-Scheer-Straße, Admiral-Spee-Straße, Otto-Weddigen-Straße und Langemarckstraße – sie alle wurden zwischen 1933 und 1945 benannt. Eine Überprüfung ihrer historischen Bedeutung begann 2020 und führte schließlich zum Beschluss des Bezirksrats, sie umzubenennen.

Die Initiative sammelte 6.071 gültige Unterschriften von Anwohnern und überschritt damit die erforderliche Mindestzahl. In Gebieten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern muss eine gültige Petition von mindestens fünf Prozent der wahlberechtigten Bürger unterstützt werden.

Der Bezirksrat Münster-Mitte wird sich nun in seiner Sitzung am 11. November mit der Petition befassen. Die Ratsmitglieder müssen entscheiden, ob sie der Forderung der Anwohner nachgeben oder eine öffentliche Abstimmung einberufen. Falls der Rat an seiner ursprünglichen Entscheidung festhält, kommt es zu einem Bürgerentscheid.

Damit der Bürgerentscheid erfolgreich ist, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Eine Mehrheit der gültigen Stimmen muss für die Beibehaltung der aktuellen Namen sein, und mehr als zehn Prozent der Bezirksbevölkerung müssen für den Erhalt stimmen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Straßen ihre historischen Namen behalten oder umbenannt werden.

Dieses Verfahren folgt der Verabschiedung neuer Richtlinien durch den Stadtrat im September 2024. Diese parteiübergreifend vereinbarten Regeln legen einen standardisierten Ansatz für öffentliche Ehrungen, Straßenumbenennungen und die Bürgerbeteiligung bei solchen Entscheidungen fest.

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Die endgültige Entscheidung über die Straßennamen liegt nun beim Bezirksrat oder bei der Bevölkerung. Lehnt der Rat die Petition ab, erhalten die Anwohner die Möglichkeit, direkt darüber abzustimmen, ob die fünf Straßen ihre aktuellen Bezeichnungen behalten sollen.

Das Ergebnis wird den Abschluss einer Überprüfung markieren, die vor vier Jahren begann, und wird maßgeblich prägen, wie Münster-Mitte künftig mit seinen historischen Straßennamen umgeht.

Quelle