09 May 2026, 12:23

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum radikalen Beziehungsexperiment

Gemälde mit dem Titel "Die Oper" von Édouard Manet, das zwei formell gekleidete Personen an einem Tisch in einem Raum mit gemustertem Tapeten, einem großen Fenster mit Blick auf eine Stadt Silhouette und einem hellen Teppich zeigt.

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum radikalen Beziehungsexperiment

Das Staatstheater Wiesbaden inszeniert in dieser Spielzeit eine kühne Neuinterpretation von Mozarts Così fan tutte. Statt einer klassischen Oper wird die Produktion das Publikum zu Teilnehmern eines Echtzeit-Experiments über Beziehungen machen. Die Eintrittskarten für die ungewöhnliche Aufführung kosten lediglich 10 Euro.

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Regisseurin Marie-Ève Signeyrole hat die Oper als provokante Untersuchung von Liebe und Treue neu gedacht. Die Bühne verwandelt sich in eine Kunsthochschule, wo Don Alfonsos Experiment als Campus-Spiel inszeniert wird. Zwanzig junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren werden auf der Bühne Platz nehmen und zum Mittelpunkt der Handlung.

Vorkenntnisse in Oper sind nicht erforderlich – die Veranstalter raten den Teilnehmenden jedoch, Mut und Humor mitzubringen. Die Produktion zielt darauf ab, sowohl die Paare als auch das Publikum zu verunsichern. Indem sie die vierte Wand durchbricht, stellt sie die Oper selbst vor die Frage nach ihren eigenen Konventionen.

Signeyroles Ansatz verzichtet auf jede Fassade und legt schonungslos die Wahrheiten über Beziehungen offen. Das Publikum ist nicht länger passiver Zuschauer, sondern aktiver Zeuge des sich entfaltenden Dramas. Die Aufführung fordert die traditionelle Oper heraus, indem sie das Publikum Teil der Geschichte werden lässt. Junge Paare werden in Echtzeit auf die Probe gestellt und beobachtet – und das alles für den Preis einer 10-Euro-Karte. Das Experiment verspricht, niemanden unberührt zu lassen: weder die auf der Bühne noch die im Zuschauerraum.

Quelle