Mönchengladbachs Wohnungsbau-Boom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen
Halil KramerMönchengladbachs Wohnungsbau-Boom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen
Mönchengladbach verzeichnet starken Wohnungsbau-Boom – und hebt sich damit deutlich von NRW ab
Mönchengladbach hat einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau erlebt und liegt damit weit vor dem Rest von Nordrhein-Westfalen. Die Stadt vollendete 2025 insgesamt 758 Wohnungen – fast das Dreifache des Vorjahreswerts – während das Land ein 14-Jahres-Tief erreichte. Steigende Kosten und schwierigere Finanzierungsbedingungen bremsen den Neubau andernorts aus, doch lokale Initiativen zeigen hier offenbar Wirkung.
Der Bauboom in Mönchengladbach fällt in eine Zeit, in der Nordrhein-Westfalen insgesamt mit rückläufigen Bauzahlen kämpft. Landesweit sanken die Fertigstellungen 2025 um 9,4 Prozent, mit nur noch 37.185 gebauten Wohnungen – das entspricht einer Quote von 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Auch die Baugenehmigungen gingen seit 2020 um 27,4 Prozent zurück, während die Baukosten allein im frühen Jahr 2025 um 3,2 Prozent stiegen. Bundeseitig sind die Kreditzinsen seit 2022 von nahe null auf drei bis vier Prozent geklettert – eine Belastung für Projektentwickler.
Mönchengladbach jedoch schwimmt gegen den Strom. Die 2023 gestartete Initiative „Wohnen für alle“ setzt auf bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum und die Entwicklung innerstädtischer Flächen. Federführend ist die WohnBau Mönchengladbach, gestützt durch 43 Millionen Euro Eigenkapital der Stadt – ein Hebel, der bis zum Fünffachen an Krediten und Fördermitteln mobilisiert. 2025 bewilligte der Rat Subventionen in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 Wohneinheiten und verzeichnete einen Anstieg der Baugenehmigungen für Wohnraum um 73,6 Prozent.
Die Erfolge sind messbar: Die Bauquote Mönchengladbachs liegt mit 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner nun 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Nur Köln (42,6) und Münster (38,6) weisen höhere Werte auf. Zudem gab die Stadt 2024 das 274-Prozent-Fache ihres ursprünglichen Etats für den sozialen Wohnungsbau aus – ein dramatischer Sprung im Vergleich zu nur fünf Prozent im Jahr 2021. Oberbürgermeister Felix Heinrichs führt den Erfolg auf langfristige Planung und gezielte Investitionen zurück, die Marktbarrieren überwinden halfen.
Mit 758 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2025 hat Mönchengladbach seine Position als Vorreiter beim städtischen Wohnungswachstum gefestigt. Der Ansatz der Stadt – eine Kombination aus Fördermitteln, strategischer Finanzierung und Fokus auf Bezahlbarkeit – sticht in einem ansonsten schwächelnden regionalen Markt hervor. Nun steht die Verwaltung vor der Herausforderung, diesen Schwung trotz steigender Kosten und angespannter Finanzlage zu halten.






