Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Margit AtzlerSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Der Internationale Karlspreis zu Aachen wurde 2022 an die belarussische Oppositionsfigur Maria Kolesnikowa verliehen. Die Auszeichnung erhielt sie am Samstag im Aachen Krönungssaal, wo zuvor bereits Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton geehrt wurden. Der Preis würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus.
Die diesjährige Preisträgerin war jedoch nicht Mario Draghi, wie zunächst spekuliert worden war. Stattdessen wurde Kolesnikowa für ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das Regime von Alexander Lukaschenko gewürdigt.
Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen Lukaschenko zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt worden. Sie blieb bis zu ihrer Entlassung im Dezember 2025 inhaftiert. Seitdem hält sie sich in Deutschland auf, wo ihr voraussichtlich politisches Asyl gewährt wird.
Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die europäische Einheit und Werte verdient gemacht haben. Doch Kolesnikowas Freilassung hat zu keiner Lockerung der Repression in Belarus geführt. Im März 2026 stufte das Regime die Social-Media-Kanäle internationaler Menschenrechtsorganisationen als "extremistisch" ein. Politische Gefangene werden weiterhin als Verhandlungsmasse instrumentalisiert – ein Zeichen dafür, dass sich unter Lukaschenkos Herrschaft nichts ändert.
Kolesnikowas Auszeichnung unterstreicht ihren langjährigen Kampf für demokratische Rechte in Belarus. Doch seit ihrer Inhaftierung hat das Regime die Unterdrückung nur noch verschärft. Nun, da sie sich in Deutschland befindet, dient der Preis als Mahnmal für die anhaltende Repression, der Oppositionsfiguren und Aktivist:innen in Belarus ausgesetzt sind.