27 March 2026, 14:31

Krankenversicherung wird 2026 für Millionen deutlich teurer – wer besonders betroffen ist

Flussdiagramm, das die Arten von medizinischen Kosten veranschaulicht, die mit Vorerkrankung, Gesundheit und Gesundheitsergebnissen verbunden sind, mit interconnected labeled boxes showing stages and interactions.

Krankenversicherung wird 2026 für Millionen deutlich teurer – wer besonders betroffen ist

Krankenversicherungskosten in Deutschland steigen stark an – Rentner und Versicherte besonders betroffen

Ab Anfang 2026 werden rund 60 Prozent der Kunden mit privater Krankenversicherung (PKV) deutliche Beitragserhöhungen verkraften müssen. Gleichzeitig hat auch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ihre Beiträge angehoben, was viele Haushalte finanziell stark belastet.

Die Prämien in der Privatversicherung sind seit Jahren kontinuierlich gestiegen – im Schnitt um 3,4 Prozent pro Jahr seit 2006, was unter dem Anstieg der gesetzlichen Versicherung (3,9 Prozent) liegt. Doch in den letzten Jahren haben sich die Steigerungen dramatisch beschleunigt: 2025 stiegen die Beiträge um 12 Prozent, 2026 folgen weitere 13 Prozent. Damit liegt der durchschnittliche Monatsbeitrag bei 623 Euro (für Beamte bei 270 Euro). Besonders hart trifft es Ärzte und andere medizinische Berufsgruppen, deren Tarife um 11 bis 16 Prozent steigen. Anders als in der gesetzlichen Versicherung richten sich die privaten Beiträge nicht nach dem Einkommen – für Menschen mit festen Bezügen wird die Belastung so immer größer.

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Doch auch die gesetzliche Krankenversicherung wird teurer: Der allgemeine Beitragssatz stieg von 14,6 auf 17,5 Prozent, zusätzliche Zuschläge erhöhten sich von 1,7 auf 2,9 Prozent. Gutverdiener zahlen 2026 bis zu 1.261 Euro im Monat – 2025 waren es noch 1.174 Euro. Trotz der hohen Kosten müssen 30 Prozent der gesetzlich Versicherten länger als zwei Monate auf einen Facharzttermin warten, während privat Versicherte in der Regel schneller behandelt werden.

Politik und Sozialverbände fordern nun Reformen. Hans-Jürgen Urban von der IG Metall schlägt eine "Bürgerversicherung" vor, die solidarisch finanziert wird. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, unterstützt ein einheitliches gesetzliches System. Auch die SPD wirbt vor den Wahlen für eine "solidarische Bürgerversicherung".

Die steigenden Kosten zwingen viele Versicherte, ihre Absicherung zu überdenken. Da private Beiträge einkommensunabhängig sind und die gesetzlichen Abgaben steigen, wächst der finanzielle Druck. Die Forderungen nach einem einheitlichen System sollen die Last verringern – konkrete Änderungen stehen jedoch noch aus.

Quelle