"Grüne Ufer" feiert als tiefgründiges Bühnenexperiment in Jekaterinburg Premiere
Micha Seip"Grüne Ufer" feiert als tiefgründiges Bühnenexperiment in Jekaterinburg Premiere
Eine neue Bühnenadaption von „Grüne Ufer“, einem der gefeiertesten Fantasy-Romane über parallele Welten, hat in Jekaterinburg Premiere gefeiert. Unter der Regie und in der Bearbeitung von Lilia Bornaschewa trifft in dem Stück ein Dichter aus der Sowjetzeit auf einen Romanzen-Sänger aus der Vorrevolutionszeit – in einer Geschichte ohne Happy End.
Die Inszenierung basiert auf Gennadi Alexejews gleichnamigem Roman. Alexejew schrieb das Buch, nachdem er das Leben der Sängerin Anastassija Wjalzewa entdeckt hatte, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts wirkte. Die Handlung verwebt ihr Schicksal mit dem eines Dichters aus den 1980er-Jahren und lotet dabei die Themen alternativer Realitäten aus.
Jelena Iwanowa übernahm in der Aufführung neun verschiedene Rollen, die jeweils eigenständige Charaktere verkörpern. An ihrer Seite stand Oleg Duljenkin in der männlichen Hauptrolle. Das Stück wurde im „Tvary“, einem privaten Theater in Jekaterinburg, das für seine experimentellen Produktionen bekannt ist, auf die Bühne gebracht.
Trotz der komplexen Erzählstruktur bleibt die Adaption dem Ruf des Romans als tiefgründige Erkundung paralleler Existenzformen treu. Bornaschewas Regie sorgte dafür, dass die Geschichte ihre emotionale Wucht und philosophische Tiefe bewahrte.
Die Premiere markiert ein weiteres kühnes Projekt des „Tvary“-Theaters. Das Publikum erlebte eine Erzählung, die Geschichte, Fantasy und Tragödie verbindet. Die Spielzeit in Jekaterinburg bietet eine seltene Gelegenheit, Alexejews Vision lebendig auf der Bühne zu erleben.






