Ganztagsbetreuung für Grundschüler: Bergisch Gladbach kämpft mit Platzmangel trotz neuem Gesetz
Halil KramerGanztagsbetreuung für Grundschüler: Bergisch Gladbach kämpft mit Platzmangel trotz neuem Gesetz
Neues Gesetz soll Ganztagsbetreuung für alle Grundschulkinder in Deutschland garantieren
Ab dem Schuljahr 2026/27 wird es für alle Erstklässler in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf acht Stunden Betreuung pro Tag geben. Doch in Bergisch Gladbach kämpfen die Schulen bereits jetzt mit der Nachfrage.
In Moitzfeld stehen für 240 Schülerinnen und Schüler nur 140 Plätze in der Offenen Ganztagsschule (OGS) zur Verfügung – die Versorgungsquote liegt damit bei etwa 58 Prozent. Stadtweit werden im kommenden Schuljahr trotz elterlicher Anmeldungen 185 Kinder keinen OGS-Platz erhalten. Davon haben 32 sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung, doch die Stadt kann ihn wegen fehlender Kapazitäten nicht erfüllen.
An der GGS Moitzfeld bleiben 13 Erstklässler mit Rechtsanspruch auf Betreuung ohne Platz. Als Notlösung prüft die Stadt nun einen Modulbau auf der Wiese hinter der Schule. Auch die GGS Heidkamp ist betroffen: Bei fast 300 Schülerinnen und Schülern gibt es nur 200 OGS-Plätze.
Um die Lücke zu schließen, soll an der GGS Heidkamp eine „erweiterte Betreuung“ eingeführt werden, die bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr bietet. Langfristig ist eine „bedarfsgerechte Erweiterung“ der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld geplant – Baubeginn soll 2027 sein.
Der gesetzliche Anspruch umfasst acht Stunden Betreuung täglich, inklusive Ferien. Ohne weitere Maßnahmen werden in Bergisch Gladbach jedoch viele Kinder weiterhin auf die garantierte Betreuung verzichten müssen. Die geplanten Lösungen der Stadt sollen die Übergangszeit bis zur Fertigstellung der dauerhaften Erweiterungen überbrücken.
