Fritz Schramma verlässt CDU nach scharfer Kritik an Wahlniederlage
Fritz Schramma, der ehemalige Oberbürgermeister von Köln, hat die Christlich Demokratische Union (CDU) im Alter von 78 Jahren verlassen. Sein Austritt folgt auf scharfe Kritik an der Art und Weise, wie die Partei mit ihrer jüngsten Niederlage bei den Kommunalwahlen umgegangen ist. Schramma, der die Stadt von 2000 bis 2009 führte, warf der CDU vor, die Gründe für die Wahlniederlage nicht ausreichend aufgearbeitet zu haben.
Der CDU-Kandidat Markus Greitemann war bereits im ersten Wahlgang des Oberbürgermeisterrennens gescheitert und hatte die Stichwahl verpasst. Konkurrenten der Grünen erhielten mehr Stimmen, sodass die Partei im entscheidenden Durchgang ohne eigenen Bewerber blieb. Schramma monierte, dass weder die CDU-Fraktion im Stadtrat noch die Parteiführung die Niederlage ernsthaft analysiert hätten.
Zudem übt er scharfe Kritik an der Führung der Kölner CDU. In einer deutlichen Stellungnahme betonte er, der Vorsitz der lokalen Partei sei "kein Nebenjob". Derzeit wird der Kölner CDU-Kreisverband von Serap Güler, Bundesministerin und Bundestagsabgeordnete, sowie Florian Braun, Landtagsabgeordneter, gemeinsam geführt.
Bernd Petelkau, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat, wies Schrammas Vorwürfe zurück. Er beharrte darauf, dass eine Aufarbeitung der Wahlniederlage zunächst mit der Parteiführung besprochen werde, bevor die breitere Mitgliedschaft einbezogen werde. Petelkau bedauerte zudem Schrammas Entscheidung, die Partei zu verlassen.
Schrammas Austritt unterstreicht die anhaltenden Spannungen innerhalb der Kölner CDU über Führung und Wahlstrategie. Die Partei steht nun vor der Aufgabe, interne Konflikte zu überwinden und sich gleichzeitig auf künftige Wahlkämpfe vorzubereiten. Mit seinem Rückzug verliert die lokale Politik eine prägende Stimme.






