Dystopischer Roman "Wir nicht" löst Debatte über Abtreibungsrechte in Bottrop aus
Angelina ReinhardtDystopischer Roman "Wir nicht" löst Debatte über Abtreibungsrechte in Bottrop aus
Ein zum Nachdenken anregendes Literaturereignis findet im September in Bottrop zum Tag für sichere Abtreibung statt
Am 26. September liest die Autorin Nora Burgard-Arp im Filmforum der VHS Bottrop aus ihrem dystopischen Roman „Wir nicht“. Die vom städtischen Gleichstellungsbüro organisierte Veranstaltung soll eine Diskussion über reproduktive Rechte und politische Verantwortung anstoßen.
In Burgard-Arps Debütroman steht Mathilda im Mittelpunkt, eine junge Frau in einer Gesellschaft, in der reproduktive Freiheiten drastisch eingeschränkt sind. Jahre lang schweigt sie über die Ungerechtigkeiten um sie herum – bis eine ungewollte Schwangerschaft sie zum Handeln zwingt. Die Geschichte erzählt von ihrem Aufstand gegen ein System, das Frauen die Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper verweigert.
Die Lesung ist Teil eines umfassenden Programms zum Tag für sichere Abtreibung, einer jährlichen globalen Kampagne, die sich für sichere Abtreibung als grundlegendes Gesundheitsrecht einsetzt. Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich unter den Teilnehmenden eine lebhafte Debatte darüber, wie Einzelne dazu beitragen können, eine solche dystopische Zukunft zu verhindern.
Zur Veranstaltung gehörte auch eine Buchsignierstunde; Exemplare von „Wir nicht“ wurden von der Bottroper Humboldt-Buchhandlung bereitgestellt. Burgard-Arp, die auf Einladung von Lehrkräften kostenlose Schullesungen anbietet, nutzte die Gelegenheit, um auf die anhaltenden Kämpfe um reproduktive Autonomie aufmerksam zu machen. Deutschlands Abtreibungsgesetze, die immer noch auf dem Strafrecht des 19. Jahrhunderts basieren, bleiben ein zentraler Streitpunkt für Reformbefürworter:innen.
Das Gleichstellungsbüro der Stadt Bottrop, das die Veranstaltung ausrichtete, setzt sich seit Langem für gesetzliche Änderungen ein, um einen sicheren Zugang zu Abtreibungsdiensten zu gewährleisten.
Die Diskussion in Bottrop fällt in eine Zeit, in der Aktivist:innen weltweit weiterhin für Abtreibungsrechte kämpfen. Burgard-Arps Roman dient als eindringliche Mahnung, was passieren könnte, wenn solche Freiheiten weiter erodieren. Die Veranstalter:innen hoffen, dass die Lesung mehr Menschen dazu bewegt, sich vor dem Tag für sichere Abtreibung am 28. September mit dem Thema auseinanderzusetzen.






