Dortmunds neuer CDU-Oberbürgermeister bricht 80 Jahre SPD-Herrschaft
Margit AtzlerDortmunds neuer CDU-Oberbürgermeister bricht 80 Jahre SPD-Herrschaft
Alexander Kalouti hat sein Amt als neuer Oberbürgermeister von Dortmund angetreten und damit eine fast 80-jährige Ära sozialdemokratischer (SPD) Führung beendet. Der 57-jährige Christdemokrat (CDU) ist der erste Bürgermeister der Stadt, der nicht der SPD angehört, seit 1946. Seine Wahl folgt auf einen Sieg in der Stichwahl am 28. September, doch nun steht er vor einem gespaltenen Stadtrat ohne klare Mehrheit.
In den vergangenen Wochen hat sich Kalouti auf seine neue Rolle vorbereitet: Er studierte die Dortmunder Gemeindeordnung und holte sich Rat bei langjährigen Ratsmitgliedern. Trotz seiner schauspielerischen Vergangenheit bezeichnet er die anstehende konstituierende Ratssitzung am 13. November als "Premierenabend" – ein Eingeständnis des bevorstehenden Drucks.
Die oberste Priorität des neuen Oberbürgermeisters ist die Belebung der Dortmunder Innenstadt. Er will dem, was er als "städtischen Niedergang" bezeichnet, entgegenwirken, muss dabei aber einen zersplitterten Stadtrat steuern. Seine CDU-Fraktion ist zwar zweitstärkste Kraft hinter der SPD, doch mehr als ein Dutzend kleinerer Gruppen erschweren die Bildung stabiler Bündnisse.
Eine geplante Amtsübergabe mit seinem Vorgänger Thomas Westphal wurde wegen Terminproblemen abgesagt. Ohne stabile Mehrheit will Kalouti seine Vorhaben vorantreiben, indem er für einzelne Themen Kooperationen eingeht, statt auf feste Partnerschaften zu setzen.
Kaloutis Wahl bricht Jahrzehnte der SPD-Vorherrschaft in Dortmund. Sein Erfolg hängt davon ab, in einem Rat Unterstützung zu finden, in dem keine Fraktion über eine absolute Mehrheit verfügt. Die erste Bewährungsprobe steht am 13. November an, wenn seine Pläne für die Innenstadt auf dem Prüfstand stehen.






