Deepfakes täuschen selbst Prominente und Angehörige – wer kann KI-Fälschungen noch erkennen?
Angelina ReinhardtDeepfakes täuschen selbst Prominente und Angehörige – wer kann KI-Fälschungen noch erkennen?
Deepfake-Videos und KI-generierte Clips sorgen bei Prominenten für wachsende Besorgnis. Der Journalist Piers Morgan hat sich zu gefälschten Inhalten geäußert, die seine Stimme und sein Aussehen im Internet nachahmen. Unterdessen gab die Sängerin Katherine Jenkins zu, selbst schon auf täuschend echte KI-Imitationen des Moderators hereingefallen zu sein.
Die Thematik hat eine breitere Debatte über das Vertrauen in digitale Medien ausgelöst – selbst Angehörige tun sich zunehmend schwer, Fälschungen zu erkennen. Morgan berichtete kürzlich, dass sogar seine eigene Mutter nicht zwischen einem echten Video von ihm und einem Deepfake unterscheiden konnte. Der Moderator warnt seit Langem vor der Verbreitung KI-generierter Clips, von denen einige fälschlich behaupten, aus seiner Sendung zu stammen. Dennoch ist er überzeugt, dass seine echten Argumente überzeugender sind als alles, was ein Algorithmus produzieren kann.
Auch Jenkins, die klassische Sängerin und Moderatorin, teilte ähnliche Bedenken. Sie gestand, kurzzeitig auf KI-Clips hereingefallen zu sein, die vorgaben, Morgan zu zeigen – und stellte damit die Zuverlässigkeit von Plattformen wie TikTok infrage. Das Problem geht über persönliche Täuschungen hinaus: Irreführende Inhalte werden immer schwerer zu identifizieren, selbst für Menschen im engen Umfeld der Betroffenen.
Die Diskussion flammt auf, während in London die SXSW London ansteht, die über 800 Redner:innen, Künstler:innen und Filmvorführungen zusammenbringen will. Die Veranstaltung, die vielfältige Stimmen vereinen möchte, sah sich nach einem Einreiseverbot des britischen Innenministeriums gegen den YouTube-Kommentator Cenk Uygur und dessen Neffen Hasan Piker Kritik von Morgan ausgesetzt. Dieser zeigte sich enttäuscht, dass die SXSW London Uygurs Recht auf Teilnahme nicht öffentlich verteidigt hatte. Die Organisator:innen betonten später jedoch, sie unterstützten auch Morgans eigene Meinungsfreiheit – einschließlich seines Rechts, das Festival zu kritisieren.
Die Ausbreitung KI-generierter Fälschungen erschwert die Überprüfung von Online-Inhalten zusehends. Morgans Erfahrungen zeigen, wie selbst nahestehende Personen von Deepfakes getäuscht werden können. Angesichts immer ausgefeilterer digitaler Manipulationen wird die Debatte über Vertrauen, Authentizität und Meinungsfreiheit in den Medien voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen.






