12 March 2026, 18:27

Daniel Josefsohns ungesichtete Fotografien zeigen Deutschlands Umbruch nach der Wende

Ein Gestell mit verschiedenen B├╝chern und Plakaten, auf denen "Ich liebe Berlin" steht, mit einem unscharfen Hintergrund.

Daniel Josefsohns ungesichtete Fotografien zeigen Deutschlands Umbruch nach der Wende

In der Berliner Galerie Crone ist eine posthum organisierte Ausstellung mit Werken von Daniel Josefsohn eröffnet worden. Unter dem Titel Unseen präsentiert die Schau 81 Fotografien, die von Ingo Taubhorn kuratiert wurden. Die Bilder spiegeln den scharfen Blick des Fotografen für Übergänge, Verfall und den Alltag im Deutschland nach der Wiedervereinigung wider.

Daniel Josefsohn (1961–2016) war für seine ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Aufnahmen bekannt. Sein Werk dokumentierte die rasanten Veränderungen in Ostdeutschland nach dem Fall der Berliner Mauer. Verfallende Gebäude, Proteste und die Mischung aus Hoffnung und Ernüchterung der frühen 1990er-Jahre prägen seine Bilder.

Vor seinem Tod arbeitete Josefsohn für renommierte Magazine wie Tempo, Jetzt, SZ-Magazin und Zeit Magazin. Die Ausstellung zeigt neben anderen Werken auch zwei Selbstporträts des Künstlers. Ein herausragendes Exponat des Fotografen Norbert Holick zeigt die notdürftig mit durchsichtigem Klebeband reparierte defekte Rückleuchte eines Mini – ein kleines, aber aussagekräftiges Detail.

Das Motto der Ausstellung Unseen lautet "Alle Fehler korrigiert!" – ein Satz, der im Kontrast zu den rohen, ungeschönten Momenten steht, die Josefsohn einfing. Seine Protagonisten wirken oft naiv, doch gerechtfertigt in ihrer sorglosen Haltung. Die Schau ist noch bis zum 18. November 2023 zu sehen.

Parallel dazu ist in der Galerie ep.contemporary bis zum 18. Oktober 2023 die Ausstellung Show Your Darling V zu besichtigen. Diese separate Präsentation vereint 38 Fotograf:innen, von denen jede:r ein einzelnes Werk beisteuert.

Josefsohns Fotografien bieten einen direkten Einblick in eine prägende Epoche der deutschen Geschichte. Die Ausstellung Unseen bewahrt seine Perspektive auf ein Land im Umbruch. Besucher:innen können seine Werke bis Mitte November in der Galerie Crone entdecken.

Quelle