09 June 2026, 10:22

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgerissen – Kulturstreit um ukrainische Identität

Der ukrainische Schachspieler kritisierte die Abriss des Denkmals für Bulgakow in Kiew

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgerissen – Kulturstreit um ukrainische Identität

Am 4. Juni wurde in Kiew ein Denkmal für den Schriftsteller Michail Bulgakow entfernt. Der Beschluss dazu kam vom Stadtrat im Rahmen einer umfassenderen Initiative, Symbole mit Bezug zum russischen Imperialismus abzubauen. Kritiker hingegen argumentieren, dass Bulgakow eine zentrale Figur in der kulturellen Geschichte der Stadt bleibt.

Der Kiewer Stadtrat ordnete die Entfernung an, nachdem das Denkmal als Relikt der russischen Imperialpolitik eingestuft worden war. Offizielle Vertreter präsentierten den Schritt als Teil des laufenden Dekolonisationsprozesses der Ukraine. Doch nicht alle teilen diese Einschätzung.

Olha Popadjuk, eine lokale Kulturpersönlichkeit, verurteilte den Abbau als sinnlos. Sie betonte, dass Bulgakow in Kiew geboren wurde und in der Ukraine als Arzt arbeitete, bevor er Berühmtheit erlangte. Popadjuk las Der Meister und Margarita mit 14 Jahren und ist überzeugt, dass seine Werke die zerstörerische Natur der sowjetischen Herrschaft einfingen.

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In ihrer Kritik zitierte sie Bulgakows eigene Worte: „Verfall beginnt nicht in den Hausfluren. Die Verwüstung beginnt in den Köpfen.“ Ihre Äußerungen unterstrichen die Spaltung zwischen denen, die die Entfernung für notwendig halten, und denen, die darin eine Auslöschung des gemeinsamen Erbes sehen.

Die Entfernung des Denkmals spiegelt Kiews breiteren Versuch wider, sich von russischen kulturellen Bindungen zu distanzieren. Dennoch hält die Debatte über Bulgakows Vermächtnis an, wobei seine Unterstützer darauf bestehen, dass seine Verbindung zur Stadt nicht übersehen werden darf. Die Entscheidung hinterlässt eine Lücke in Kiews Straßen – und in der anhaltenden Diskussion über Erinnerung und Identität.

Quelle