BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und profitiert von Rekord-Ölpreisen über 112 Dollar
Angelina ReinhardtBP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und profitiert von Rekord-Ölpreisen über 112 Dollar
Die Ölpreise sind auf etwa 112 Dollar pro Barrel gestiegen, da schwere Blockaden in der Straße von Hormus fast 20 % der globalen Öl- und Flüssiggas-Lieferungen (LNG) behindern. Unterdessen treibt BP seine umfangreiche Umstrukturierung voran, zu der auch Vermögensverkäufe und drastische Kostensenkungen gehören, um die finanzielle Lage des Konzerns zu festigen.
Die Aktie des Unternehmens hat seit Februar 2025 um 1,3 % zugelegt, befeuert durch steigende Ölpreise und den jüngsten Verkauf einer Raffinerie in Deutschland.
BP hat bekannt gegeben, seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group zu veräußern. Die Anlage, die jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet, beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter, die zum neuen Eigentümer wechseln werden. Durch diesen Deal könnten bis zu 1,7 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten aus BPs Bilanz verschwinden.
Das Unternehmen beschleunigt zudem sein Sparprogramm und hat das Ziel für strukturelle Einsparungen auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar bis 2027 angehoben. Diese Maßnahmen sollen künftige Cashflows sichern und die Bilanz stabilisieren. Bisher hat BP bereits über 11 Milliarden Dollar seines für denselben Zeitraum gesetzten Desinvestitionsziels von 20 Milliarden Dollar umgesetzt.
In den USA wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter der BP-Raffinerie in Whiting, Indiana, nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgeschlossen. Die Unternehmensführung betonte jedoch, dass die Produktion voraussichtlich keine größeren Beeinträchtigungen erfahren werde. Die US-Regierung hat zudem die Lieferkettenbelastungen gelockert, indem sie für 60 Tage eine Ausnahmeregelung vom Jones Act erteilte, die es ausländischen Schiffen erlaubt, Waren zwischen amerikanischen Häfen zu transportieren.
Finanzanalysten der HSBC haben positiv auf BPs Schritte reagiert und die Aktienbewertung von "Reduzieren" auf "Halten" hochgestuft sowie das Kursziel angehoben. Die Bank nannte den Raffinerieverkauf und die höheren Ölpreise als entscheidende Faktoren für die verbesserte Prognose.
BPs Umstrukturierungsmaßnahmen zeigen bereits Wirkung: Die Marktkapitalisierung des Konzerns ist seit Februar gestiegen. Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie in Kombination mit strengerer Kostendisziplin und hohen Ölpreisen dürfte die finanzielle Widerstandsfähigkeit des Unternehmens weiter stärken.
Mit weiteren geplanten Desinvestitionen und erhöhten Sparzielen konzentriert sich der Konzern in den kommenden Jahren auf die Stärkung seines Kerngeschäfts in den Bereichen Öl und Gas.






