Bochum will Taxi-Regeln lockern – um gegen Uber zu bestehen
Bochum prüft Taxi-Regeln, um mit Fahrdienst-Apps wie Uber konkurrieren zu können
Die Stadt Bochum überarbeitet ihre Taxivorschriften, um im Wettbewerb mit appbasierten Fahrdiensten wie Uber besser bestehen zu können. Die Stadtverwaltung zeigt sich offen für Änderungen, während die lokale FDP-Fraktion für flexiblere Preismodelle wirbt. Nun wird diskutiert, wie sich traditionelle Taxis und moderne Ride-Hailing-Angebote in Einklang bringen lassen.
Die Freien Demokraten (FDP) in Bochum schlagen vor, Taxiunternehmen mehr Spielraum bei der Preisgestaltung zu gewähren – etwa durch günstigere Tarife oder Pauschalpreise. Léon Beck, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Bochum, argumentiert, dass Taxis nicht durch starre Preisvorgaben eingeschränkt werden sollten. Gleichzeitig warnte er davor, Fahrdienst-Apps wie Uber "zu dämonisieren", und betonte, dass beide Modelle unter fairen Bedingungen nebeneinander existieren könnten.
Bochums Vorgehen könnte sich dabei von dem der Nachbarstadt Essen unterscheiden: Dort führte ein politischer Beschluss aus dem Jahr 2025 zu einer Mindestgebühr für Uber und ähnliche Dienste. Ab Januar 2026 gelten in Essen 1,50 Euro pro Kilometer plus 1 Euro pro Minute – eine Erhöhung der Uber-Preise um bis zu 30 Prozent. Diese Maßnahme stabilisierte den Marktanteil der Taxis bei 65 Prozent und stärkte ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Um mögliche Lösungen zu evaluieren, hat Bochum ein Gutachten zu einem neuen Tarifmodell in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse werden nach der Sommerpause erwartet und sollen die Grundlage für künftige Regelungen bilden.
Die weiteren Schritte der Stadt hängen von den Empfehlungen des Gutachtens ab. Falls flexible Preise eingeführt werden, könnte dies das Zusammenspiel von Taxis und Fahrdienst-Apps grundlegend verändern. Die FDP drängt auf Reformen – ob und in welcher Form diese umgesetzt werden, bleibt jedoch noch offen.






