Bergisch Gladbach: Wie eine Stadt vom Auto geprägt wird – und davon profitiert
Micha SeipBergisch Gladbach: Wie eine Stadt vom Auto geprägt wird – und davon profitiert
Bergisch Gladbach ist seit langem für seine enge Verbindung zur Automobilwelt bekannt. Die Stadt verzeichnet eine außergewöhnlich hohe Autodichte – rund 650 Fahrzeuge pro 1.000 Einwohner – und liegt damit deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt. Von Autohäusern bis zu Forschungseinrichtungen prägt eine ausgeprägte Automobilkultur die städtische Infrastruktur.
Besonders sichtbar wird dies an der Müllerstraße, wo sich zahlreiche Autohäuser angesiedelt haben. Europäische Marken dominieren das Straßenbild, darunter auch ein Standort in der ehemaligen Kreiswehrersatzamt-Liegenschaft an der Paffrather Straße, die heute für den Fahrzeugverkauf genutzt wird. Gleich in der Nähe befinden sich drei Waschanlagen, darunter eine auf der Müllerstraße, die das historische Gasthaus Kradepohl ersetzt hat – abgerissen wurde es übrigens bereits 2009 und nicht, wie fälschlich berichtet, 2019.
Die Autobahn A4 durchquert Bergisch Gladbach auf einer Strecke von etwa zehn Kilometern und verbindet die Stadt über drei Anschlussstellen mit dem überregionalen Autobahnnetz. Unweit dieser Route, im Stadtteil Frankenforst, hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ihren Sitz – ein weiterer Beleg für die verkehrstechnische Prägung der Region.
Parkmöglichkeiten gibt es im Überfluss: Stellplätze und Tiefgaragen finden sich an zentralen Orten wie dem Rosengarten, der Laurentiuskirche oder dem evangelischen Krankenhaus. Selbst ein kurioses Denkmal für parkende Autos steht am Gronauer Mühlenweg, nicht weit entfernt von der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW). Die Hochschule bietet unter anderem ein Studienprogramm für Automobilwirtschaft an und beherbergt das Center of Automotive Management (CAM), ein bedeutendes Forschungszentrum der Branche.
Bergisch Gladbachs Infrastruktur ist stark auf Autofahrer ausgerichtet – von der hohen Kfz-Dichte über das umfangreiche Parkplatzangebot bis hin zu den zahlreichen Autohäusern. Mit Einrichtungen wie der BASt und dem CAM festigt die Stadt zudem ihre Rolle in der deutschen Automobillandschaft. Noch immer spiegeln Stadtbild und Dienstleistungen diese langjährige Ausrichtung wider.






