19 June 2026, 00:25

Bayreuther Festspiele rudern zurück: Friedman-Einladung doch gültig

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele rudern zurück: Friedman-Einladung doch gültig

Die Bayreuther Festspiele haben sich bei Michel Friedman entschuldigt, nachdem sie ihre Einladung zunächst zurückgezogen hatten. Die Veranstaltung wird nun wie ursprünglich geplant stattfinden. Der Streit dreht sich um die Auseinandersetzung des Festivals mit seinen historischen Verbindungen zum Antisemitismus.

Christian Thielemann erklärte, dass Gespräche über eine Veranstaltung mit Friedman bereits vor über einem Jahr geführt worden seien. Er betonte, dass es nie eine verbindliche Zusage gegeben habe. Katharina Wagner nannte später Sicherheitsbedenken als Grund für die Rücknahme der Einladung.

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Die Festspiele haben eine lange Geschichte der Aufarbeitung des Antisemitismus und ihrer Bezüge zum Nationalsozialismus. Frühere Produktionen setzten sich kritisch mit Wagners antisemitischen Ansichten auseinander. Gedenkveranstaltungen und Symposien widmeten sich ebenfalls diesem Thema. Diskussionen, wie etwa mit Stephen Fry während des Castorf-Ring-Zyklus, unterstreichen die anhaltenden Bemühungen, sich der Thematik zu stellen.

Kritiker wie Friedman werfen den Festspielen vor, den Antisemitismus nicht ernsthaft genug zu bekämpfen. Andere verweisen hingegen auf die Mitwirkung jüdischer Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko als Beleg für einen Wandel in der Haltung. Die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung zu dem Vorfall stand in der Kritik, weil sie den historischen Kontext der Festspiele außer Acht gelassen habe.

Bayreuth hat Friedmans Einladung nun wiederhergestellt und sich bei ihm entschuldigt. Die Auseinandersetzung des Festivals mit dem Antisemitismus bleibt jedoch weiterhin Gegenstand öffentlicher Debatten. Die Veranstaltung wird wie geplant durchgeführt.

Quelle