10 May 2026, 12:22

Banaszak will junge Männer mit neuer Männerpolitik für die Grünen gewinnen

Plakat mit Text, der Männer für Tragtuchparteien und andere Rollen rekrutiert und die Notwendigkeit von Tausenden von Rekruten betont.

Banaszak will junge Männer mit neuer Männerpolitik für die Grünen gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für einen neuen Ansatz ein, um junge Männer zu erreichen. Seine jüngsten Initiativen haben sowohl innerhalb seiner Partei als auch darüber hinaus eine Debatte ausgelöst. Kritiker hinterfragen, ob eine spezifische „Männerpolitik“ notwendig sei, während Befürworter argumentieren, sie könnte helfen, die wachsende Anziehungskraft der extremen Rechten unter männlichen Wählern einzudämmen.

Erstmals wandte sich Banaszak in einem Playboy-Interview an junge Männer, in dem er betonte, dass Feminismus allen zugutekomme. Er forderte Männer auf, ihre Privilegien zu erkennen und die Vorstellung abzulehnen, Gleichberechtigung sei ein Nullsummenspiel. Seine Haltung knüpft an ein Grünes-Manifest aus dem Jahr 2010 an, „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich“, das von 21 Politikern unterzeichnet wurde.

Die Dringlichkeit des Themas nahm zu, nachdem Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen den Schauspieler Christian Ulmen bekannt wurden. Banaszak reagierte mit einem Post in den sozialen Medien, in dem er Scham über solches Verhalten und die Kultur, die es ermöglicht, äußerte. Seine Forderungen nach Veränderung kommen zu einer Zeit, in der sich immer mehr junge Männer rechtsextremen Parteien wie der AfD zuwenden – die bei der letzten Bundestagswahl überdurchschnittliche Unterstützung von männlichen Wählern unter 30 Jahren erhielt.

Innerhalb der Grünen fallen die Reaktionen gemischt aus. Der Bundesfrauenrat, ein offizielles Parteigremium, zeigte sich skeptisch gegenüber Banaszaks Vorschlägen und hinterfragte die Notwendigkeit eines Männerforums. Gleichzeitig forderte der grüne Europaabgeordnete Rasmus Andresen einen Tonwechsel, um gemeinsame Schnittmengen mit jungen Männern zu finden. Die Debatte berührt auch das Thema Männlichkeit: Banaszak, der sein Büro pink gestrichen hat, verweist auf Beispiele wie den Torwart Tim Wiese, der vor 20 Jahren ohne negative Reaktionen in Pink auf dem Platz stand.

Die AfD hat Geschlechterpolitik als Mobilisierungsinstrument genutzt. In einem Video vor der Europawahl 2024 rief der AfD-Politiker Maximilian Krah junge Männer, die Schwierigkeiten haben, Partnerinnen zu finden, dazu auf, „auf die richtige Seite“ zu wechseln. Banaszaks Vorstoß für eine progressive Männerpolitik zielt darauf ab, solchen Botschaften etwas entgegenzusetzen.

Seine Vorschläge verdeutlichen die Spaltung darüber, wie der politischen Abwanderung junger Männer begegnet werden soll. Die Grünen stehen nun vor der Herausforderung, feministische Prinzipien mit der Ansprache männlicher Wähler in Einklang zu bringen. Ob eine gezielte Männerpolitik Wahlverhalten beeinflussen – oder überhaupt innerhalb der Partei Fuß fassen kann – bleibt abzuwarten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle